
HB NEW YORK. S&P senkte das Langfrist- Rating von „AA“ auf „AA-“. Als Grund führte die einflussreiche New Yorker Ratingagentur am Dienstag die hohen Kosten für die Unterstützung des angeschlagenen Finanzsektors an. Das schränke die Möglichkeiten der Regierung ein, hieß es. Die Ausgaben lägen noch über den Erwartungen.
Obendrein sprach S&P von einem negativen Ausblick, was weitere Herabstufungen andeutet. Diese werden laut S&P vor allem dann wahrscheinlich, wenn Irland weiteres Geld in seine Banken pumpen muss, um sie zu stützen.
Moody's hatte Irland bereits vor einem Monat herabgestuft. Je schlechter Länder oder Unternehmen in ihrer Kreditwürdigkeit eingeschätzt werden, desto mehr Zinsen müssen sie zahlen, wenn sie sich am Kapitalmarkt Geld leihen. Vor allem Griechenland mit seinen überbordenden Schulden hatte das in den vergangenen Monaten zu spüren bekommen. Deutschland genießt als Schuldner einen hervorragenden Ruf und gilt als Maßstab in Europa.
Irland und Spanien hatte zultzt erfolgreich Staatsanleihen am Markt platziert. Während die Auktion kurzlaufender Papiere in Spanien laut Händlern sehr erfolgreich verlief, zeigten sich Experten für Irland etwas zurückhaltender. Vor allem die im Vergleich zur letzten Auktionen gestiegenen Renditen wurden als Grund genannt. In Spanien waren die Zinsen indes rückläufig.
Irland sammelte insgesamt nun rund 1,5 Mrd. Euro am Kapitalmarkt ein. Bei Titeln mit einer Laufzeit von vier Jahren erhöhte sich die Rendite von zuletzt 3,110 auf 3,627 Prozent. Bei den Papieren mit einer Laufzeit bis 2020 legte die Rendite hingegen nur leicht von 5,537 auf 5,386 Prozent zu. Die Nachfrage stieg aber bei beiden Papieren an, besonders stark bei den kürzer laufenden Titeln.
Spanien nahm insgesamt rund 5,5 Mrd. Euro am Geldmarkt auf, wobei der Großteil auf einjährige Papiere entfällt. Hier sank die Rendite von von zuletzt 2,221 Prozent auf 1,83 Prozent. Bei den Papieren mit einer Laufzeit von 18 Monaten ging die Rendite von 2,331 Prozent auf 2,08 Prozent zurück. In beiden Laufzeiten stieg die Nachfrage spürbar an.
Spanien war insbesondere im Frühjahr mit anderen Euro-Staaten wie Griechenland auf die Abschussliste der Anleger geraten. Irland plagen nach wie vor die hohen Rettungskosten für den Bankensektor wegen der Finanzkrise.
Wirtschafts-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz sieht denn auch für Europas Wirtschaft wieder das Risiko eines Rückfalls in die Rezession. Er verweist dabei auf die Bemühungen der Regierungen, zur Sanierung der Staatshaushalte die Ausgaben zu reduzieren. "Ertragreiche Investitionen zwangsweise zu stutzen, um das Defizit besser aussehen zu lassen, ist wirklich töricht", sagte Stiglitz im Interview mit dem Radiosender RTE Radio in Dublin. "In Europa konzentrieren sich so viele auf die künstliche Marke von drei Prozent, die nicht real ist und nur auf dem Blick auf die eine Seite der Bilanz beruht", sagte er. "Europa läuft deshalb Gefahr, erneut in die Rezession abzurutschen."
Wann berichtigen die Rating-Agenturen endlich die Ratings für die USA? Eine Herabstufung ist längst überfällig, wird aber mit allen Mitteln verhindert!
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