Migrationsdruck
30 000 Afrikaner wollen nach Spanien

Nach Angaben der EU-Kommission warten rund 30 000 Afrikaner in Algerien und Marokko auf eine Möglichkeit, in die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla zu gelangen. „Der Migrationsdruck auf Marokko ist ernst“, sagte EU-Justizkommissar Franco Frattini den Innenministern der 25 EU-Staaten am Mittwoch in Luxemburg über die Erkenntnisse einer Expertenreise in die Region.

HB LUXEMBURG. Nach Informationen von Geheimdiensten hielten sich rund 20 000 Einwanderer in Algerien bereit, um die marokkanisch-spanische Grenze zu überwinden. Hinzu kämen noch einmal 10 000 Menschen, die bereits in Marokko seien.

Die verbesserte Zusammenarbeit der marokkanischen und spanischen Behörden und ein neues See-Überwachungssystem habe die Zahl illegaler Einwanderer aus Ländern südlich der Sahara, die von Afrika auf die Kanarischen Inseln übersetzen, deutlich gesenkt. Sie lag Frattini zufolge in diesem Jahr um 50 Prozent unter dem Wert des gleichen Zeitraums 2004. „Der plötzliche Druck auf die Landgrenzen in Ceuta und Melilla muss in diesem Zusammenhang gesehen werden und ist ein möglicher Verlagerungseffekt“, sagte der Kommissar den Ministern.

Im Aufnahmezentrum von Melilla seien am vergangenen Samstag 1211 Menschen gezählt worden. 998 von ihnen kamen aus Ländern südlich der Sahara. „Es gibt keine Hinweise darauf, dass der derzeitige hohe Migrationsdruck auf diese Außengrenzen kurzfristig abnehmen wird“, sagte Frattini mit Blick auf die 30 000 Menschen mit Ziel Ceuta und Melilla. Der Druck werde sogar eher zunehmen, weil die afrikanische Bevölkerung voraussichtlich stark wachsen werde und die Aussichten auf wirtschaftliches Wachstum in den Herkunftsländern eher düster seien.

Dialog und Zusammenarbeit mit Senegal, Mali, Kamerun, Nigeria, der demokratischen Republik Kongo und der Elfenbeinküste seien zugleich sehr schwach oder gar nicht vorhanden.

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