Miguel Arias Cañete
EU-Energiekommissar erhöht Druck auf Seehofer

EU-Energiekommissar Miguel Arias Cañete schaltet sich in die Debatte um den Bau von Stromautobahnen von Nord- nach Süddeutschland ein. Im Handelsblatt-Interview erhöht er den Druck auf Horst Seehofer.
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BerlinEU-Energiekommissar Miguel Arias Cañete schaltet sich in die Debatte um den Bau von Stromautobahnen von Nord- nach Süddeutschland ein und erhöht damit den Druck auf den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU). „Diese Leitungen sind nach meiner Überzeugung gut und wichtig“, sagte der Spanier dem Handelsblatt (Dienstagausgabe). Sie seien „positiv für private und industrielle Verbraucher, für das gesamte Land und damit am Ende auch für die Fortentwicklung des europäischen Energiebinnenmarktes“, sagte der Kommissar.

Seehofer kämpft seit Monaten gegen die geplanten Stromautobahnen. Zwei der insgesamt drei geplanten Leitungen sollen nach den bisherigen Plänen, denen ursprünglich auch Bayern zugestimmt hatte, in Bayern enden. In den Plänen des Energiekommissars genießt der Ausbau des Stromnetzes auch über Landesgrenzen hinweg Priorität. Das Ziel eines integrierten und stärker wettbewerbsorientierten europäischen Energiemarkts lasse sich nur erreichen, wenn es eine funktionierende Energieinfrastruktur gebe, sagte Cañete.

Bei der Reform des europäischen Emissionshandels will der Kommissar Rücksicht auf die Belange der Wirtschaft nehmen. „Wir sehen die Probleme der Industrie im internationalen Wettbewerb. Wir müssen vermeiden, dass die europäische Industrie Nachteile erleidet“, sagte der Kommissar. Effiziente Anlage würden auch in Zukunft „ausreichend mit Zertifikaten ausgestattet“, stellte er in Aussicht.

Der Spanier appelliert an die EU-Mitgliedstaaten, mit daran zu arbeiten, zusätzliche Gasbezugsquellen zu erschließen. „Europa muss die starke Abhängigkeit von russischen Erdgaslieferungen schnell und entschieden reduzieren“, sagte er. „Wichtig ist, dass wir auf eine Vielzahl von verschiedenen Quellen und Lieferanten zurückgreifen können – zum Beispiel Algerien, Aserbaidschan, Turkmenistan und irgendwann vielleicht auch Iran.“

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " Miguel Arias Cañete: EU-Energiekommissar erhöht Druck auf Seehofer"

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  • Hohe Energiepreise sind gewollt, weil se zur Sparsamkeit erziehen sollen. So sind ca. 50% des Preises, den Sie zahlen Steuern und Abgaben. Für Diesel gibt es bspw. ggü. Benin steuerliche Vorteile, weshalb es sowohl effizienter ist, als auch günstiger, in anderen Ländern gibt es diesen Preisunterschied nicht, deshalb fährt man dort (wie zB in den USA) auch nur mit Benzin.
    Die Strompreise für den kleinen Mann sind auch wegen der EEG-Umlage gestiegen, dabei aber zu einem großen Teil auf Grund der vielen Ausnahmegenehmigungen für energieintensive Unternehmen.
    Und vergessen wir nicht: Inflation ist gewollt, die wird maßgeblich durch Energiepreise bestimmt ;)

  • Diese Marrionette EU-Energiekommissar Miguel Arias Cañete hat weder von der Energietechnik noch von der Marktwirtschaft eine Ahnung. Ansonsten würde er statt der Stromleitungen das markt- und gesellschaftsfeindliche EEG abschaffen lassen. Danke!

  • Warum werden die explodieren Energiepreise, von unseren Politikern gewollt, nicht angegriffen und massiv bekämpft???

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