Militäraktion macht Palästinenser obdachlos
Israelische Armee zerstört Häuser in Chan Junis

Nach den Selbstmordanschlägen im südisraelischen Beerscheba hat Israels Armee in einem Flüchtlingslager im Gaza-Streifen mehrere Häuser niedergerissen. Der Angriff auf das Camp Chan Junis sei aber keine Reaktion auf die Attentate, hieß es am Donnerstag aus israelischen Regierungskreisen. Militante Palästinenser hätten die Häuser für Attacken auf Soldaten und jüdische Siedler genutzt.

HB DÜSSELDORF. Unterstützt von Kampfhubschraubern war das Militär am Mittwochabend mit rund 20 Panzern und Militärfahrzeugen in die Siedlung eingerückt. Die Soldaten umstellten zehn mehrgeschossige Häuser und forderten 150 palästinensische Familien zum Verlassen ihrer Wohnungen auf. Die Zerstörung der Häuser machte Dutzende Palästinenser obdachlos. Ein Augenzeuge berichtete, die Armee habe Panzergranaten auf Gebäude abgefeuert und erst danach eine Evakuierung angeordnet. Ihm sei keine Zeit geblieben, Hausrat in Sicherheit zu bringen, sagte der Mann.

Auch Kampfhubschrauber feuerten Raketen auf die Wohnblöcke. Nach Angaben von Sanitätern wurden bei den Explosionen sechs Menschen verwundet, darunter bewaffnete Palästinenser. Im Gegenzug beschossen palästinensische Kämpfer die angreifenden Militärfahrzeuge, wobei zwei Soldaten leicht verletzt wurden.

Nach den Anschlägen in Beerscheba hatte die Regierung in Jerusalem ein verstärktes Vorgehen gegen militante Palästinenser angekündigt. Die Verantwortlichen würden zur Rechenschaft gezogen. Bei den Anschlägen, zu denen sich die radikale Hamas-Bewegung bekannte, waren 16 Israelis getötet worden.

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