Militärangriff Irans: Auf einen Schlag

Militärangriff Irans
Auf einen Schlag

Acht Kampfjets und sechs Abfangjäger fliegen gut eine Stunde über feindliches Gebiet, zunächst über Jordanien, dann über Saudi-Arabien. Sie bilden eine enge Formation, um nicht erkannt zu werden oder allenfalls als ziviles Flugzeug durchzugehen.

TEL AVIV. Im Sturzflug fallen die F-16-Jets über den irakischen Kernreaktor Osirak her, nördlich von Bagdad. Sie hinterlassen Schutt und Asche. Eine Stunde später landen sie unversehrt auf ihrer Luftwaffenbasis.

So sah er aus, der erfolgreiche Militärschlag der israelischen Luftwaffe gegen den Irak, ein tollkühner Plan, der am 7. Juni 1981 erfolgreich verwirklicht wurde. Der Angriff warf die Atompläne Saddam Husseins um Jahre zurück. Kurz darauf formulierte Premier Menachem Begin eine Doktrin, die immer noch gültig ist: „Israel wird in der Region keine nuklearen Waffen tolerieren.“

Könnte auch der Militärschlag gegen Iran, gegen die Nuklearpläne des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad so aussehen? Bei Diskussionen, wie diesem Mann mit militärischen Mitteln Einhalt geboten werden kann, wird zumindest immer wieder das Beispiel Osirak genannt.

Was damals möglich war, wäre heute aber nur unter erschwerten Bedingungen machbar. Denn es gibt kaum Parallelen zwischen der Situation im Irak 1981 und in Iran heute. Die iranischen Atomstrategen haben aus den Fehlern Bagdads gelernt. Sie schenken der Sicherheit ihrer Anlagen besondere Aufmerksamkeit. Anders als im Irak, wo die Nuklearanlagen an einem einzigen Ort konzentriert und oberirdisch angelegt waren, sind die iranischen Installationen nicht nur übers ganze Land verstreut, sondern teils auch in unterirdischen Tunneln oder Kellern verborgen. Sie liegen fast 20 Meter unter der Erde. Derzeit investiert Iran mehrere hundert Millionen Dollar, um das militärische Atomprogramm noch besser zu schützen.

Vor dem Angriff gegen Osirak setzte Israel zudem seinen Gemeindienst ein, um die irakischen Atompläne zu sabotieren. So drangen Mossad-Agenten in Lagerräume einer französischen Nuklearanlage ein, wo der Osirak-Reaktorkern hergestellt wurde. Sie sprengten ihn. Später ermordeten Agenten in Paris einen führenden irakischen Atomexperten. Schabtai Schoval, ein ehemaliger Mossad-Mitarbeiter, denkt heute über ähnliche Operationen nach und breitet diese in israelischen Zeitungen aus. Das Ziel dieser Aktionen liegt auf der Hand: Der Zeitplan der iranischen Atomstrategen soll durcheinander gebracht werden.

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