Militärausgaben steigen China rüstet auf

Regierungschef Wen Jiabao will Chinas Souveränität und territoriale Integrität „entschieden wahren“. Daher werden noch mehr Yuan in das Militär gesteckt. Der offizielle Etat klettert auf umgerechnet 88,7 Milliarden Euro.
Update: 05.03.2013 - 11:21 Uhr 2 Kommentare

China rüstet auf

PekingMitten in den Spannungen mit seinen Nachbarn rüstet China kräftig auf. Die Militärausgaben steigen in diesem Jahr wieder überdurchschnittlich stark um 10,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Wir müssen die Modernisierung der Landesverteidigung und der Armee beschleunigt vorantreiben“, sagte Regierungschef Wen Jiabao zum Auftakt der Jahrestagung des Volkskongresses am Dienstag in Peking.

China müsse seine Souveränität und territoriale Integrität „entschieden wahren“, sagte der Premier vor den knapp 3000 Delegierten in der Großen Halle des Volkes. Nach einem realen Zuwachs um 11,6 Prozent im Vorjahr klettert der offizielle Militäretat in diesem Jahr auf 720 Milliarden Yuan (88,7 Milliarden Euro).

Die Aufrüstung der selbstbewusster auftretenden asiatischen Großmacht China wird in der Region mit Sorge beobachtet. Mit Japan und anderen Nachbarn streitet China um Inseln und Rohstoffvorkommen im Ostchinesischen und Südchinesischen Meer. Seit dem Sommer ist besonders der Streit mit Japan um die chinesisch Diaoyu und japanisch Senkaku genannte Inselgruppe eskaliert.

Vier Monate nach dem Generationswechsel in der Parteiführung wird auf der Sitzung des Volkskongresses bis 17. März die Regierung verjüngt und umgebaut. Der weiter zweistellige Zuwachs der Militärausgaben trotz langsameren Wirtschaftswachstums wurde auch als Versuch der neuen Führer gewertet, das Militär hinter sich zu scharen. Seit seinem Amtsantritt im November hatte der neue Parteichef Xi Jinping (59) wiederholt die Streitkräfte besucht, um seine Position als Oberkommandierender zu festigen.

Der neue „starke Mann“ wird auf der Sitzung des Volkskongresses bis 17. März auch das Präsidentenamt von seinem zehn Jahre älteren Vorgänger Hu Jinto übernehmen.

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2 Kommentare zu "Militärausgaben steigen: China rüstet auf"

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  • @ Santos

    Woher diese Angst vor China? Egal wieviele Atomwaffen China
    besitzt, die Nato und Russland besitzen genug von dem Zeug.
    China hat mit 1.3 Milliarden Menschen eine große Verantwortung gegenüber der Welt und will auf keinem Fall
    in irgend einer Abhängigkeit geraten. Darum kaufen sie
    überall auf der Welt Ackerland auf, um die Verpflegung der
    Bevölkerung zu sichern.Das muss abgesichert werden, so wie
    Amerika weltweit seine Interessen absichert. China wird keinen Krieg anzetteln sondern möchte nur Gleichberechtig sein gegenüber Europa,Amerika und Russland.

  • Wenn man die Militärausgaben der gesamten Europäischen Union
    zusammen rechnet, ist China ein Militärischer Zwerg. Für ein Land mit dieser gewaltigen Grösse und Einwohnerzahl ist China immer noch militärisch bescheiden. Mit Amerika zusammen
    muss China Hunderte Milliarden ausgeben um mitzuhalten.
    Also keine Angst vor der Gelben Gefahr.

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