Militäreinsatz: Erster US-Kampfjet über Libyen abgestürzt

Militäreinsatz
Erster US-Kampfjet über Libyen abgestürzt

Die USA haben beim internationalen Militäreinsatz in Libyen einen ersten Verlust erlitten: Ein amerikanischer Kampfjet stürzte ab. Derweil streitet die Nato weiter über ihre Rolle in dem Konflikt.
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Washington/BrüsselDrei Tage nach Beginn ihres Militäreinsatzes in Libyen hat die internationale Allianz ihren ersten Kampfjet verloren. Die amerikanische Maschine vom Typ F-15 sei nach vorläufigen Erkenntnissen aber wohl nicht von feindlichem Feuer getroffen worden, sagte ein Sprecher des US-Afrikakommandos (Africom) in Stuttgart am Dienstag. Einer der beiden Piloten sei von den eigenen Streitkräften in Sicherheit gebracht worden. Der andere „ist dabei, geborgen zu werden“, sagte Africom-Sprecher Vince Crawley am späten Vormittag.

Ursache war nach Informationen der britischen Zeitung „Daily Telegraph“ ein technischer Defekt. Ein Korrespondent der Zeitung berichtete via Kurzmitteilungsdienst Twitter, möglicherweise sei es eine Bruchlandung gewesen. Das Wrack sei in einem Feld gefunden worden. Die libysche Oppositionszeitung „Brnieq“ meldete, das Kampfflugzeug sei in dem unbewohnten Gebiet Ghut Sultan südöstlich der Rebellenhochburg Bengasi im Osten des Landes abgestürzt.

Ungeachtet zunehmender Kritik geht der Westen derweil weiter massiv mit Luftangriffen gegen das Regime von Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi vor. Der Einsatz der westlichen Allianz konzentrierte sich in der Nacht zum Dienstag vor allem auf Militärflughäfen und Stützpunkte der libyschen Marine. Dennoch setzten Gaddafis Truppen ihre Angriffe gegen die Rebellen mit unverminderter Härte fort.

Über die Angriffe in der Nacht sagte ein Sprecher der libyschen Regierung, die Bomben und Raketen der westlichen Koalition hätten Ziele in den Städten Tripolis, Al-Sawija, Misrata, Sirte und Sebha getroffen. „Es gab zahlreiche Opfer, darunter auch Zivilisten, vor allem auf dem Luftwaffenstützpunkt Al-Kardabija in Sirte.“ Der Flughafen in Sirte, 600 Kilometer östlich von Tripolis, wurde bislang häufig von Staatsgästen angeflogen, die Gaddafi in seiner Heimatstadt Sirte besuchten.

Bewohner der Hauptstadt Tripolis beobachteten, dass sich einige Bürger nach den Luftangriffen der vergangenen Nächte stärker als vorher mit dem Regime solidarisierten. Am Montagabend und in der Nacht war in der Stadt Luftabwehrfeuer der Regierungstruppen zu hören. Fernsehbilder zeigten, wie Salven von Leuchtspurmunition in den Himmel über der libyschen Hauptstadt geschossen wurden.

Gaddafis Truppen gingen unterdessen mit schwerer Artillerie im Stadtzentrum von Al-Sintan gegen Stellungen der Rebellen vor, meldete der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira. Auch aus Misrata wurden neue Gefechte gemeldet.

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  • @R.Ruf
    Habe ich gelesen, aber auch diesen Artikel eines Reportes der FAZ "Der Tag, an dem Gaddafi meinen Freund tötete" zu lesen unter http://faz.net/-01q9ba
    Was der Hr. Merkel (interessanter name übrigens) sagt ist wohl juristisch sauber, aber wenn wir uns immer alle hinter Pragraphen verstecken oder diese als Grund nennen nichts zu tun/tun zu dürfen auch wenn es das geschriebene Vökerrecht ist, dann werden noch viele Diktatoren in der Welt ihr Volk unterdrücken ohne dafür bezahlen zu müssen. In diesem fall ist es offensichtlich und auch bewiesen das keine ethnischen säuberungen durchgeführt werden aber systematisch das eigene Volk im Massen niedergeschossen wird. Reicht das nicht ......

  • @Freiheit
    Bitte lesen Sie:
    Die Militärintervention gegen Gaddafi ist illegitim.

    Verfasser: Reinhard Merkel. Lehrer Strafrecht und Rechtsphilosophie, Uni Hamburg
    Heute in der FAZ

  • Es gibt doch Bodentruppen, die sogenannten Libyschen "Rebellen". Solange die NATO bzw. die "Koalition der Wiligen" die Libyschen Freiheitskämpfer (ich nenne sie jetzt so da dies besser passt)unterstützt und ihnen die Gaddafi Flieger, Panzer, etc, vom Leibe hält werden die das schon hinbekommen. Es dauert eben ein bisschen, aber zumindest hat dann das Libysche Volk selbst befreit mit Unterstützung des Westens. Auf dem Balkan war es doch auch nicht anders, hätte damlas die Nato nicht eingegriffen wäre das Töten und die ethnischen Säuberungen weitergegangen und wir hätten jetzt den Karazic in Europa in einem ethnisch "sauberen" Yugoslawien, wer würde das den wollen ?? --> Wehret den Anfängen, das sollte man aus der Geschichte doch lernen, manchmal eben dann doch durch Kampf & Gewalt anstatt nur zu quatschen und hier ist ein Volk ds sich befreien will das aber ein bisschen Unterstützung braucht......

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