Militärische Spannungen Syrien-Konflikt spaltet die UN

Die jetzige Führung Syriens soll an einer Übergangsregierung beteiligt werden. Darin sind sich die ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates einig. Doch das Schicksal von Präsident al-Assad bleibt weiter offen.
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Türkischer Militärposten an der syrischen Grenze. Quelle: Reuters

Türkischer Militärposten an der syrischen Grenze.

(Foto: Reuters)

GenfDer Streit über die Zukunft von Präsident Baschar al-Assad verhindert weiter eine gemeinsame Haltung des UN-Sicherheitsrats im Syrien-Konflikt. Zwar sind sich die fünf ständigen Mitglieder darin einig, dass Angehörige der bisherigen Führung und der Opposition eine Regierung der nationalen Einheit zur Beendigung des Blutvergießens bilden sollen.

Die Westmächte interpretierten jedoch das Ergebnis einer vom Sondergesandten Kofi Annan einberufenen internationalen Syrien-Konferenz am Samstag in Genf als Aufforderung an Assad, den Hut zu nehmen. Assads wichtigster Verbündeter Russland verkündete das genaue Gegenteil. Unterdessen hält die Gewalt in Syrien an: Bei Kämpfen in zahlreichen Städten, darunter auch Damaskus, starben am Wochenende nach Oppositionsangaben mehr als 150 Menschen.

Assad geht seit mehr als 16 Monaten mit großer Härte gegen einen Volksaufstand vor. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen wurden seitdem weit mehr als 10.000 Menschen getötet. Allein am Samstag kamen beim Beschuss mehrerer syrischer Städte nach Angaben der Opposition mindestens 56 Menschen zu Tode. Assads Truppen hätten unter anderem einen Trauerzug für einen am Freitag getöteten Mann mit Granatwerfern angegriffen. Dabei seien mehr als 30 Menschen tödlich getroffen worden. Die Zahl der Toten könne noch steigen, erklärten die Regierungsgegner.

Angesichts der anhaltenden Gewalt rief Bundesaußenminister Guido Westerwelle die russische Regierung auf, ihren Einfluss auf die Führung in Damaskus geltend zu machen, um Verhandlungen mit der Opposition für eine Übergangsregierung zu ermöglichen. "Das Risiko einer weiteren Eskalation der Lage in Syrien und einer Ausbreitung der Krise in der Region ist in den vergangenen Tagen noch größer geworden", erklärte Westerwelle.

Aus dem Abschluss-Kommunique der Syrien-Konferenz in Genf wurde auf Drängen Russlands die Formulierung gestrichen, dass einer syrischen Übergangsregierung niemand angehören dürfe, der den friedlichen Übergang untergraben könne. Das wurde als Sieg Russlands interpretiert. Der russische Außenminister Sergej Lawrow zeigte sich zufrieden und betonte, es gebe keine Vorfestlegungen für den Übergangsprozess. Keine Gruppe sei von der Beteiligung an einer Regierung der nationalen Einheit ausgeschlossen. Ähnlich äußerte sich auch China, dass vor einer Einflussnahme des Auslands warnte. China und Russland haben mit ihrem Veto im UN-Sicherheitsrat mehrere Resolutionen verhindert.

Türkei lässt Kampfjets aufsteigen
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13 Kommentare zu "Militärische Spannungen: Syrien-Konflikt spaltet die UN"

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  • Dem kann ich nur zustimmen. Man denkt hier oft, dass ist ja weit weg.....

  • Ein Türkischer Kapfjet wurde von der Syrischen Arme abgeschossen.Wisst Ihr wie brisant dass Thema da Unten für uns alle ist ?
    1.Russland hält seine "Hand" über Syrien. Wie auch China.
    Lass mal die Türken da ein bischen vergeltung spielen lassen. Da mischt sich dann Russland ein.Huch wer mischt sich denn da noch ein die USA .. ups die Chinesen.. Ohh nein da kommen die Franzosen und die Engländer...
    Huii .. ja da ist ein kleines land wie Syrien der Grund für ein 3.Weltkrieg?
    Ach so.. auch wenn Syrien nicht der grund dafür sein wird. ich glaube die Menschheit braucht ein Menschliches Tief wie ein Krieg wieder damit wir alle Kriesen vergessen und neu anfangen dürfen...

  • Ach Dagobert,

    wie kann man nur so auf die Regimechange/NATObefreiungsbombardierungs-Propaganda des internationalen Terrorismus hereinfallen.

    Wenn hier jemand das syrische Volk abschlachtet dann sind es die von den Saudis finanzierten und bewaffneten wahabitischen Terroristen.

    Daß die alle zwei Tage mit neuen Greuelmärchen aufkreuzen, und die Greuel bei Bedarf auch selbst erzeugen, gehört zum Geschäftsmodell des islamischen Terrorismus.

    Ebenso wie es zum Geschäftsmodell der Terrorzentralen in Washington und London gehört, den mittelalterlichen Gottesstaat in Saudiarabien in seinem Streben nach lokaler Hegemonie propagandistisch zu unterstützen.

    Merke: Iranische Kopf-ab-Mullahs böse, saudische Kopf-ab-Mullahs gut.

    Hilary Clinton übertrifft George Orwell's Befürchtungen (1984) mit ihrer schrillen Kriegshetze bei weitem.

  • @Dagobert: Die Welt hat zugesehen als die Türkei in Zypern einmarschierte und bis heute Völkerwiderrechtlich das Land spaltet. Die Welt sieht zu, wie aus der Türkei die meisten illegalen Flüchtlingsströme über GR und BG in den Westen geschleust wird. Die Welt sieht zu, wie das Kurdenproblem, ein 20 Mio Volk scheinbar gelöst wird und die Welt schaut (noch) zu, wie Erdogan seinen Groß-Osmanischen Visionen nacheifert.

    Zwischen Türken und Türken ist ein riesiger Unterschied. Während der Westen zum Teil Europäischer ist als die meisten Europäer ist der Osten immer noch in der ganz frühen Entwicklungsphase. Beides hat seine Berechtigung. Das die Türken eine große Nation werden können müssen sie wahrlich nicht erst mit Waffen und einem oder mehreren Dämagogen zeigen. Wie dumm diese Taktik ist wird sich schon bald zeigen. Anstatt das Land in Ruhe weiter wachsen zu lassen mach man jetzt einen auf großer Macker. Man erzählt etwas von 2. größter Armee in der Nato usw. Wen interessierts? Wenn morgen die USA der Meinung sind, dass die Türkei nicht mehr DIE richtigen Partner sind ist es ganz schnell vorbei mit der ganzen Herrlichkeit. Das gilt im Übrigen auch für andere Länder im Süden Europas. Es gibt zwei Türkei innerhalb eines Landes. Die westlichen, supermodernen und fortschrittlichen und den anderen, die immer noch denken, dass ein Paschah führen sollte und Sultanate errichtet werden müssen

  • Russland und China haben ein vorgehen in Syrien mit ihrem Veto blockiert .
    Das ist das gute recht Russlands und sie haben das zu akzeptieren !

  • okay dann soll die ganze welt tatenlos zusehen wie ein Diktator ein ganzes Volk auf grausame art und weise Abschlachtet, "die Diplomatie wird das problem in Syrien lösen". müssen halt nur noch ein paar zehntausend Menschen ums leben kommen, Bravo.

  • Gegen 30.000 syrische Flüchtlinge helfen ja auch Kampfjets, die man aufsteigen lassen kann, um Stärke zu demonstrieren.
    Im übrigen geht es hier nicht gegen Türken, sondern um eine Politik der Nadelstiche, die die Erdogan-Administration zumindest billigend inkauf zu nehmen scheint.
    Kriege, werter Dagobert, wurden stets aus meist nichtig erscheinenden Anlässen begonnen.
    Daher wäre die Erdogan-Administration sicher gut beraten, gerade in Anbetracht der zusehends explosiv geratenden Situation, noch vorsichtiger vorzugehen als das bislang der Fall gewesen zu sein scheint.

  • Das können sie finden wie sie wollen , fakt ist ,Russland hält die Hand über Syrien , wenn wir zusehen wie die Türken angreifen nehmen wir eine Reaktion Russlands in kauf - die sicher mit mehr als 30000 toten enden würden .

  • Wenn über 30000 Syrische Flüchtlinge nach Deutschland fliehen würden weil sie um ihr leben Bangen müssen, dann würde ich mal sehen wie Deutschland darauf reagieren würde! finde deine Kommentare total unqalifiziert!

  • egal was die Türkei macht ist schlecht,
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    Wenn die Türken da was macht wo sie was machen sollen hätte keiner was dagegen , vor der eigenen Haustür haben sie genug dreck der weg gekehrt werden könnte . Haltet euch da raus liebe Türken !!!

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