Militärisches Komitee der Nato tagt
Verstärkung der Afghanistan-Truppe weiter offen

Das Militärische Komitee der Nato ist am Freitag in Warschau zusammengetroffen, um unter anderem die Nato-Mission in Afghanistan zu erörtern. Eine mögliche Aufstockung der Zahl der Soldaten in dem Land bleibt nach Angaben des Bündnisses zunächst offen.

HB WARSCHAU. Zwar seien sich angesichts der jüngsten Gewalt in dem Land die Verteidigungs-Experten der 26 Nato-Länder grundsätzlich einig darüber, dass die Isaf-Truppe der Nato aufgestockt werden müsse, sagte Nato-Sprecher Brett Boudreau am Freitag bei einem Nato-Treffen in Warschau. Auf die Frage aber, ob es vor dem Hintergrund zahlreicher Auslandseinsätze nationaler Armeen realistisch sei, mit zusätzlichen Soldaten für Afghanistan zu rechnen, sagte Boudreau: „Natürlich ist es realistisch. Aber es ist eine politische Entscheidung und die können wir nicht beantworten.“ Mit festen Zusagen ist demzufolge frühestens zu rechnen, wenn die Vertreter ihren Regierungen von den Beratungen in Warschau Bericht erstattet haben.

Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer hatte am Donnerstag gefordert, die Mitgliedstaaten müssten sich stärker im Süden des Landes engagieren. „Es gibt eine Reihe von Verbündeten, die mehr tun könnten.“ Er nannte zwar kein Land beim Namen, Diplomaten zufolge war jedoch Deutschland gemeint. Britische, kanadische und niederländische Soldaten bilden den Kern der Nato-Truppe Isaf im Süden Afghanistans und haben schwere Verluste erlitten. Laut Nato-Oberbefehlshaber James Jones benötigt das Bündnis bis zu 2500 zusätzliche Soldaten, um der zunehmende Gewalt in Afghanistan Herr zu werden. Die derzeit etwa 18 500 Mann sollten zusätzlich durch Kampfhubschrauber und Transportflugzeuge verstärkt werden.

Die unsichere Lage in Afghanistan wurde am Freitag durch den schwersten Selbstmordanschlag in der Hauptstadt Kabul seit dem Sturz der Taliban vor fünf Jahren unterstrichen. Dabei starben mindestens 16 Menschen. Die Nato hatte am vorigen Wochenende im unruhigen Süden des Landes zudem ihre bislang größte Offensive gegen die Taliban eingeleitet. Seit dem Wiedererstarken der Taliban Anfang des Jahres sind im Süden Afghanistans mehr als 2300 Menschen getötet worden.

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