Militärjunta lenkt ein
Birma will jetzt alle Helfer ins Land lassen

Der Besuch von Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigt Wirkung: Birma will drei Wochen nach dem verheerenden Zyklon „Nargis“ seine Grenzen für alle ausländischen Helfer öffnen.

HB NAYPYITAW. Dies habe ihm der Chef der Militärregierung, General Than Shwe, am Freitag zugesagt, sagte Ban nach einem Treffen mit dem General in Birmas neuer Hauptstadt Naypyidaw. Auf die Frage, ob dies einen Durchbruch bedeute, sagte Ban: „Ich glaube schon.“

Bislang hatte sich die Militärregierung geweigert, ausländische Helfer in größerer Zahl ins Land zu lassen, um den rund 2,5 Millionen Menschen zu helfen, die nach der Katastrophe dringend auf Hilfe warten.

Die Junta hat auch Hilfslieferungen über den Flughafen von Rangun bislang nur beschränkt akzeptiert. Die Regierung gab noch am Donnerstag die Devise aus, dass alle Opfer versorgt seien und nun die Wiederaufbauphase beginne. Vor der Küste Birmas liegen seit Tagen Kriegsschiffe aus den USA, Frankreich und Großbritannien mit Tausenden Tonnen Hilfsgütern und zahlreichen Ärzten an Bord. Sie durften ihr Material bislang nicht an Land bringen.

Drei Wochen nach Zyklon „Nargis“ war Moon am Freitag mit dem Chef der birmanischen Militärjunta, General Than Shwe, zusammengetroffen. Bei dem Gespräch in der neuen Hauptstadt Naypyitaw setzte sich Ban für einen ungehinderten Zugang internationaler Hilfsorganisationen zu den Opfern ein. Auf Anrufe Bans aus New York hatte Shwe nicht reagiert.

Am Donnerstag hatte sich Ban nach einem Besuch im zerstörten Irrawaddy-Delta bestürzt über die Lage der Überlebenden gezeigt. Das Dorf Kyondah, das Ban bereiste, gilt indes als Vorzeigeort nach der Wirbelsturmkatastrophe.

Offiziellen Zahlen zufolge wurden durch den Wirbelsturm und die anschließenden Überschwemmungen knapp 134 000 Menschen getötet oder werden noch immer vermisst. Damit gehört die durch „Nargis“ Anfang Mai ausgelöste Katastrophe zu den schwersten ihrer Art in Asien. Junta-Chef Than Shwe hatte erst in dieser Woche die entlegene Hauptstadt Naypyidaw verlassen, um sich selbst die Zerstörungen anzusehen.

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