Militäroffensive
Türkei schließt mit Iran Anti-Kurden-Pakt

Der türkisches Ministerpräsident Erdogan macht beim Kampf gegen die kurdische Minderheit im Land gemeinsame Sache mit dem iranischen Regime. Die Türkei werde gemeinsam mit Iran eine Militäroffensive gegen die kurdischen Rebellen im Nordirak führen, kündigte Erdogan an. Das Blutvergießen setzte sich auch am Wochenende fort.
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AnkaraDer türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat eine gemeinsame Offensive der türkischen und iranischen Streitkräfte gegen kurdische Rebellen im Nordirak angekündigt. Beide Länder arbeiteten zusammen und seien entschlossen, sagte er am Sonntag. Es gebe keine Verzögerungen, sagte er.

Ziel der Operation wären wohl Rebellenstützpunkte in den Kandil-Bergen an der iranisch-irakischen Grenze, tief in irakischem Territorium. „Es tut mir leid, das zu sagen, aber es wird einen Preis haben“, sagte Erdogan offenbar in Erwartung der Opfer einer Offensive über die Landesgrenzen hinaus. Zunächst blieb allerdings unklar, ob Erdogan einen hochriskanten Einsatz von Bodentruppen plant.

Bei Kämpfen zwischen türkischen Soldaten und Milizen der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK sind am Wochenende neun Menschen getötet worden. Bewaffnete PKK-Anhänger hätten einen Posten der Gendarmerie in Pervari in der Provinz Siirt angegriffen, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Sonntag unter Berufung auf die Behörden. Sechs Soldaten seien getötet worden, elf weitere wurden verletzt. Die Sicherheitskräfte töteten drei der Angreifer.

Ein Teil der kurdischen Rebellen, die für ein autonomes Gebiet im Südosten der Türkei kämpfen, führt von den Kandil-Bergen aus auch Angriffe gegen den Iran durch. Sie haben die Berge rund um ihre Stützpunkte vermint. In der Vergangenheit haben die iranischen Streitkräfte vermutete PKK-Stützpunkte im Nordirak mit Artillerie angegriffen und die türkische Luftwaffe flog Luftangriffe gegen die Lager.

Berichten zufolge sollen sich die Rebellen in tiefen Höhlen vor den Bombardements verstecken. Von den Kandil-Bergen aus bekämpft ein Teil der kurdischen Rebellen auch die iranische Regierung, der sie die Diskriminierung der Kurden im Iran vorwerfen.

Die PKK wird von der Türkei, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Sie kämpft seit Anfang der 1980er Jahre für Unabhängigkeit oder größere Autonomie der Kurdengebiete in der Türkei. Kurdische Organisationen beklagen eine systematische Diskriminierung ihrer Volksgruppe durch den türkischen Staat.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Militäroffensive: Türkei schließt mit Iran Anti-Kurden-Pakt"

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  • @Marcelo.. Wo und Wann hat Erdogan davon gesprochen die Ehre des Osmanischen Reiches wieder herzustellen ?
    Provikation Israels ? Israel verdient es nicht anders, einer musste jetzt ein Machtwortsprechen, die deutschen oder die EU ( ganz zu schweigen von der USA ) sind ja nicht in der Lage das zu tun was Erdogan getan hat. Sie hatten jahrelang im Nahenosten Narrenfreiheit, konnten tun und walten wie Sie es wollten, damit ist es jetzt auch Schluss. Gerade heute hat Israel wieder beschlossen auf palastinensichen Gebieten 1100 Wohneinheiten zu Bauen.
    Wenn die Zyprioten, Erdöl oder Gas Resourcen im östlichen Mittelmeer erschliesen möchten, dann hat die Türkei das gleiche Recht danach zu suchen, immerhin hat Sie die längste Küste im Mittelmeer.
    Syrien, Irak proviezieren ? wehre nett wenn Sie sich besser ausdrücken könnten.
    Kommen wir zum Iran, wie sagte einmal Napaleon Bonaparte " Der Feind meines Feindes ist mein Freund ", also warum soll die Türkei sich nicht mit Iran zusammentun und gegen die Terrororganisation PKK vorgehen. Das hat der Westen ja auch so gemacht und tut es immer noch.
    Der dumme deutsche Michel hat andere Sorgen, nämlich Zukunftssorgen!
    Sarazzin, nun das ist ein anderes Kapitel für sich. Er hat ja, Dank des den dummen Michels, mit seinem Buch genug Kapital erwirtschaftet.
    Kommen wir zu dem Armeniern...die Türkei schiebt keine armenisch Stämmigen Bürger ab, wo haben Sie das denn aufgeschnappt? Sie könnte, wenn Sie es wollte, die 60 bis 70.000 illegalen Armenier abschieben die bei uns Arbeiten.
    ( ist immer wieder verblüffend wiviel Armenische Gastarbeiter in der Türkei Ihren Brot verdienen, obwohl angeblich ja ein Genozid statt gefunden hat ) hier ein Link in deutsche Sprache :
    http://video.google.co/videoplay?docid=8833862681743880519

    Tja..im kalten Krieg waren wir ja ein verlässlicher Partner, damit der deutsche Michel Gut schlafen konnte...nun ja, jetzt wo es denn bösen Russen nicht mehr gibt, kann die Partnerschaft ja aufgelösst werden.

  • Nur so aus neugier, warum werden diese Terroristen von Ihnen als Rebellen bezeichnet und nicht als Terroristen. Am Ende des Artikels erwähnen Sie das diese Organisation als terroristisch eingestuft wurde von der EU und den USA. Warum fangen Sie mit Hamas oder die Hizbullah direkt mit Terrororganisation an und erwähnen kein Wort von Rebellen? Steckt ein bestimmtes Ziel dahinter? Danke für Ihre Antwort im voraus...

  • Erdogan ist und bleibt ein Größenwahnsinniger. Er redet unverblümt davon, die ehre des Osmanischen Reiches wieder herzustellen. Dafür provoziert das NATO-Mitglied Israel, droht Zypern, provoziert auch Syrien und den Irak, nun das Bündnis mit dem Verbrecher AhmadiDschihad... Viele weiter Brüskierungen werden folgen. Der dumme Michel wird das Vorgehen der Türkei immer entschuldigen, weil man jetzt ja einen Sarrzin-Komplex hat und zeigen muss, was doch die Türken für sympathisches, nettes Volk sind. 1,5 Mio. Armenier können davon ja nicht mehr berichten. Aber die christlichen Minderheiten in der Türkei schon. Den Armeniern droht man mit Abschiebung (obwohl sie offiziell ja türkische Staatsbürger sind!), sollte es Obamma wagen, das Wort "Genozid" zu benutzen. Dieser komplett wirtschaftlich überhitze, überschuldete Möchtegern-Tiger Türkei versucht verzweiffelt, sich als Großmacht aufzuspielen und wird - wie schon immer in der Vergangenheit - auch diesmal eine böse Bauchlandung erleben. Ein slamisher Staat (und als solcher gilt für mich die Erdogan-Türkei mittlerweile) wird niemals ein verlässlicher Partner sein, frein nach dem Koran: "Oh, ihr die gläubig seid, nehmt euch nicht die Ungläubigen zum Freund noch Besschützer,..."

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