Militärs desertieren
Syrische Flugabwehr hatte zweite Maschine im Visier

Kurz nach dem Abschuss des türkischen Militärjets hatte Syrien ein zweites Flugzeug im Visier. Auf die anhaltende Gewalt im Land reagiert die EU mit weiteren Sanktionen. Und immer mehr ranghohe Militärs desertieren.
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LuxemburgDie syrische Luftabwehr hat nach dem Abschuss des türkischen Militärjets am vergangenen Freitag noch eine zweite türkische Maschine ins Visier genommen. Ein zu der Absturzstelle entsandtes Suchflugzeug der türkischen Armee sei vom Radar der syrischen Luftabwehr erfasst worden und habe deshalb abgedreht, hieß es am Montag bei europäischen Diplomaten in Ankara. Den Angaben zufolge wurden die diplomatischen Vertreter aus Ländern der EU und der Nato von der türkischen Regierung über den bisher nicht bekannt gewordenen Vorfall informiert. Die türkischen Behörden äußerten sich zunächst nicht.

Zuvor hatte die Europäische Union ihre Strafmaßnahmen gegen Syrien wegen der anhaltenden Gewalt im Land weiter verschärft. Die EU-Außenminister beschlossen nach Angaben von EU-Diplomaten am Montag in Luxemburg, eine weitere Person sowie sechs juristische Einheiten wie Firmen und Verwaltungsbehörden auf die Sanktionsliste zu setzen, wie EU-Diplomaten am Rande des Treffens mitteilten.

Die Betroffenen werden mit Vermögenssperren und Einreiseverboten belegt. Zudem soll im Rahmen eines bereits beschlossenen Waffenembargos auch die Versicherung von Rüstungstransporten verboten werden. Es ist die 16. Sanktionsrunde der Europäischen Union gegen Syrien seit Beginn des Konflikts vor mehr als einem Jahr.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle verurteilte den Abschuss des türkischen Kampfflugzeugs durch das syrische Militär „in aller Klarheit“. „Es ist vor allen Dingen eine völlig unverhältnismäßige Reaktion, ohne Vorwarnung einen solchen Abschuss durchzuführen“, sagte er unmittelbar vor den Ministerberatungen. Die türkische Regierung habe „sehr besonnen, sehr vernünftig reagiert“.

Westerwelle forderte „alle Beteiligten“ auf, „es bei dieser besonnen Linie, bei dieser Linie der Vernunft zu belassen“. Auch andere EU-Außenminister kritisierten den Abschuss des Flugzeugs, schlossen aber ein militärisches Eingreifen in den Konflikt in Syrien weiterhin aus.

Währenddessen setzen sich offenbar immer mehr ranghohe Militärs aus der syrischen Armee ab: Nach Angaben des türkischen Staatsfernsehens sind am Montag ein syrischer General, zwei Oberste, zwei Majore und ein Leutnant in die Türkei geflohen. Mit ihnen seien 33 weitere Soldaten übergelaufen. Der türkische Privatsender CNN Türk berichtete zudem, die ranghohen Militärs hätten ihre Familien aus Syrien mitgebracht. Es handle sich daher um insgesamt 224 Flüchtlinge.

Seit Beginn des Aufstands gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad im März 2011 sind nach UN-Angaben mehr als 10.000 Menschen getötet worden. Unter den Rebellen befinden sich Tausende Deserteure. Am Donnerstag war erstmals seit Beginn der Kämpfe ein syrischer Kampfpilot mit seiner Militärmaschine desertiert und ins Nachbarland Jordanien geflohen.

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AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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  • Die Türkei kämpft also für Unterdrückte in Syrien. So wie sie hundert Jahre für ihre eigenen unterdrückten Armenier und Kurden gekämpft hat. Wacker sage ich da. Chapeau Herr Erdogan.

  • Was würde mit einem iranischen Jet passiern, der im Golf von Mexico (so er dort überhaupt hingelangen könnte)herum sausen würde und im Tiefflug mit Full Power auf die Texanische Küste zuhalten würde? Haben die USA nicht schon einmal einen iranischen Airbus der aus dem Iran herausflog
    abgeschossen? Da lag Westerwelle wohl im Tiefschlaf.

  • Herr Westerwave ist das letzt Licht in der Kette. Umso erstaulicher ist es, dass er jetzt der Pressesprecher vom CIA geworden ist.
    MFG

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