Militärschlag gegen Gaddafi: Nato-Länder wollen in Libyen eingreifen - aber streiten weiter

Militärschlag gegen Gaddafi
Nato-Länder wollen in Libyen eingreifen - aber streiten weiter

Die Offensive von Libyens Machthaber Gaddafi setzt die Nato in Zugzwang. Sie hat sich jetzt dazu durchgerungen, die Durchsetzung des Flugverbots zu unterstützen. Doch ob sie dabei die Führung übernimmt ist weiter unklar.
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Tripolis/DüsseldorfDie 28 Nato-Staaten haben sich am Dienstag grundsätzlich auf einen Plan zur Durchsetzung eines Flugverbots über Libyen geeinigt. Sie beschlossen nach Angaben von Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen einen entsprechenden Operationsplan. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der seit Freitag währende Streit um die Führungsrolle bei den Militärschlägen gegen das Regime von Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi bereits beigelegt ist. Damit die Nato tätig werden kann, ist ein weiterer Beschluss der Mitgliedstaaten nötig. Dieser wird frühestens am Mittwoch erwartet. Einzelheiten über den Operationsplan in Sachen Flugverbot wurden zunächst nicht bekannt.

Am Boden setzten die Machthaber Muammar Gaddafi ergebenen Streitkräfte mit Unterstützung von Panzern ihre Angriffe auf die von den Rebellen gehaltene Städte Sintan und vor allem Misrata fort. "Das Stadtzentrum liegt unter Beschuss. In Misrata ist ein Massaker im Gange", sagte ein Sprecher der Aufständischen. Dutzende Menschen wurden getötet.

Die USA wollen die Leitung des Luftwaffeneinsatzes so schnell wie möglich abgeben. Man werde sich auf Luftabwehrstellungen in dünn besiedelten Gebieten konzentrieren, um Opfer unter der Zivilbevölkerung zu vermeiden, sagte US-Verteidigungsminister Robert Gates nach einem Treffen mit seinem russischen Kollegen Anatoli Serdjukow in Moskau. Dieser verurteilte den Tod von Zivilisten durch Luftangriffe.

Großbritannien will das Kommando des Libyen-Einsatzes der Nato übertragen, trifft damit aber auf Vorbehalte Frankreichs.

Die Regierung in Paris argumentiert, die zur Unterstützung des Einsatzes wichtigen arabischen Staaten lehnten eine Führungsrolle der Nato ab. Deshalb sollte das von Frankreich, Großbritannien und den USA geführte Bündnis die politische Leitung des Einsatzes übernehmen und die Nato die militärischen Einrichtungen bereitstellen. Andere Nato-Mitglieder stellten angesichts der Schäden der Luftangriffe die Aufrechterhaltung der Flugverbotszone infrage, wie ein Diplomat berichtete.

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  • sind wir von einem mexikanischen Drogenkartell übernommen worden und ich habs nicht mitgekriegt?

  • -----dann wären wir heutevor der Frage,ob deutsche Soldaten nach Libyen gehen---- Westerwelle
    -----keine deutsche Soldaten für Awacsüberwachungsflugzeuge im Mittelmeer---de Maiziere
    ---Merkel ist "traurig",dass einige massgebliche Politiker ihrer Partei anderer Meinung als sie---
    Aber alle 3 sagten auch" Gaddafi muss weg "
    Kasperltheater,wenns nicht so traurig wäre.

  • http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,752447,00.html

    mal lesen, was für Friedenskämpfer das sind

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