Militärschlag
Netanjahu bringt USA gegen Iran in Stellung

Israel will die USA auf einen harten Kurs gegen Iran einschwören. Premier Netanjahu drängt auf Zusagen der USA, einen Militärschlag gegen Atomanlagen in Iran zu planen - falls die letzten "roten Linien" überschritten werden.
  • 32

IsraelIsrael lanciert eine diplomatische Offensive auf höchster Ebene, um die US-Regierung zu einer militanten Politik gegen die iranischen Atompläne zu verpflichten. Sowohl Staatspräsident Schimon Peres als auch Premier Benjamin Netanjahu wollen in der nächsten Woche US-Präsident Barack Obama auffordern, den Druck auf Teheran zu erhöhen. Ihr Wunsch: Die USA sollen klar mit einem Militärschlag gegen Atomanlagen im Iran drohen, falls die Führung in Teheran bestimmte „rote Linien“ überschreiten sollte, berichtete die israelische Tageszeitung „Haaretz“.

Nächste Woche will Peres mit einer Medienoffensive die Amerikaner von der Notwendigkeit überzeugen, der Islamischen Republik den Weg zur Atombombe mit allen Mitteln zu verbauen. Geplant sind unter anderem Interviews mit der „New York Times“ und dem TV-Sender ABC.

Die mit Iran verbündete Hisbollah-Miliz warnte bereits vor den Konsequenzen, sollte Israel den Iran angreifen. Das würde zu einem Flächenbrand im Nahen Osten führen, sagte der einflussreiche Hisbollah-Führer Scheich Naim Kassem in einem Interview.

Ein weiteres Zeichen der zunehmenden Spannung im Nahen Osten ist auch die intensive Pendeldiplomatie: Den Gipfeltreffen in Washington sind in den vergangenen Wochen mehrere Besuche von Vertretern der US-Regierung und der amerikanischen Sicherheitskräfte in Jerusalem vorausgegangen. Dabei versuchten die Amerikaner, ihre israelischen Verbündeten davon abzubringen, die iranischen Atomanlagen anzugreifen. Man müsse zunächst die Wirkung der Sanktionen abwarten, drängten die US-Vertreter.

Sie warnten Israel zudem, dass ein Luftangriff das Atomprogramm höchstens verzögern, nicht aber beenden würde. Die Risiken eines Militärschlags seien deshalb größer als der mögliche Nutzen. Nach einem Angriff könnten Teherans Stellvertreter im Gazastreifen und im Libanon zudem Israel unter Raketenbeschuss nehmen. Unkalkulierbar wären auch die Risiken für den Erdölmarkt. Das könnte die Erholung der Weltwirtschaft gefährden.

Die Amerikaner stoßen mit ihren Warnungen vor einem Alleingang bei einem Teil der israelischen Politiker und Militärs auf offene Ohren. Die Nummer zwei der Kadima-Partei, Shaul Mofaz, sprach sich gegen die militärische Option aus. Der iranisch-stämmige Ex-Generalstabschef wird von Likud-Minister Dan Merdior unterstützt, der im Kabinett Netanjahu Minister für Geheimdienste und Atomenergie ist. Auch der ehemalige Mossad-Chef Meir Dagan hält Luftangriffe für riskant. Er befürchtet ein politisches Desaster, sollte sich Israel zum Alleingang entschließen.

Die meisten Israelis lehnen einen Angriff auf den Iran ab, zumindest wenn er nicht von den USA unterstützt wird. Lediglich 19 Prozent der Bürger befürworten einen Alleingang. Pierre Heumann


Kommentare zu " Militärschlag : Netanjahu bringt USA gegen Iran in Stellung"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Sektenmitglied, machtgeil, kriegslüstern, ..........

  • @energieelite

    "Dieser Beitrag (Obama)dient einzig und allein dazu ,den Einfluss Obamas auf Internationaler ebene darzustellen ."

    Ahem, er hat doch gar keinen, also jedenfalls keinen, den ich irgendwie erkennen kann. Den hat er spätestens nicht mehr, nachdem Amerika versucht hat, Druck auf Israel auszuüben, den illegalen Siedlungsbau zu stoppen.

    Nach der Reise, die dann Netanjahu nach Amerika unternahm, um überall gegen Obama zu wühlen und der danach erfolgten Kurskorrektur der Amerikaner, kann ich nur feststellen: Die Regierung der USA hat rein gar nichts zu sagen, weil das Amt käuflich ist.

    Die Saudis bezahlen, die Amis hüpfen. Die Israelis stänker, die Amis höpfen.

    In Deutschland kann niemand gegen den Willen der BLÖD Kanzler werden. In Amerika kann niemand Präsident ohne Israel werden oder bleiben.

    Wie gesagt, das wäre mir im Grunde egal, aber - auch wenn Sie das heute vielleicht nicht ernst nehmen oder glauben wollen: Das wird sich furchtbar rächen.

    Und ich, wie gesagt, könnte niemandem ernsthaft wiedersprechen, der behauptet "die Juden" (es ist zwar 'nur' APAC, aber was soll's) seien die eigentlichen Chefs in der USA.

    APAC ist das ganz offensichtlich. Da braucht man sich nicht lange über Obama zu erhitzen, er ist offensichtlich tatsächlich nur ein Befehlsempfänger.

    Die Macht kommt heute halt nicht mehr aus den Gewehrläufen, sie steckt in den Scheckbüchern des APAC.

    Ich werde mich also ans Ufer eines Flußes setzen und warten, bis die Leiche an mir vorüberfließt.

    Ich hoffe nur, Netanjahu wird nicht auch noch 6 Jahre lang als Gemüse am Leben gehalten - und Ariel wird wach, wenn in Israel gekämpft wird.

    Ich denke mal, meine Position in dieser Frage ist ebenso zynisch wie Ihre. Nur daß ich mir da offensichtlich nicht vormache, sie wäre es nicht.

  • @ GN:
    > "eine Kanzlerin,
    die eine Jüdin mit jüdischem Pass ist

    Ach. Sehr interessant. Das erklärt Vieles."


    Du sprichst in Rätseln, die ich nicht zu deuten vermag. Ist mit der kanzlernden Jüdin Angela Merkel gemeint?

    Wenn ja, wäre ich sehr daran interessiert, Konkretes zu erfahren. Das Gerücht über Angela Sara Kasner und ihren israelischen Zweitpaß kenne ich, aber Genaueres und vor allem Nachprüfbares war nicht in Erfahrung zu bringen.

    Wäre Dir sehr verbunden, wenn Du mir weiterhelfen würdest.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%