Militärtransporter
Airbus A400M immer noch ohne Starterlaubnis

Das Militärprojekt Airbus A400M hebt nicht ab. Auch bei einem Staatssekretärstreffen gab es keine Entscheidung. Aber Deutschland will bereits im Dezember wieder zur Konferenz bitten. Bis Ende 2009 soll schließlich eine Lösung her. Die Zeit läuft.
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HB BERLIN. Auch ein Staatsekretärstreffen in Berlin hat am Donnerstag noch keine Entscheidung über die Zukunft des Militärtransporter-Projekts Airbus A400M gebracht. Nach dem gut dreistündigen Treffen von Vertretern der sieben Vertragsnationen in Berlin sagte ein Sprecher des deutschen Verteidigungsministeriums am Donnerstag: "Die Nationen stimmen darin überein, bis Ende 2009 eine Lösung für die Fortführung des Projekts A400M zu finden." Dem soll ein weiteres Treffen auf Staatssekretärsebene Anfang Dezember dienen, zu dem Deutschland einladen werde.

Der europäische Flugzeughersteller Airbus und sein Mutterkonzern EADS kämpfen seit geraumer Zeit mit immer neuen Problemen bei dem Multimilliardenvorhaben, was zu erheblichen Lieferverzögerungen und Kostensteigerungen geführt hat. Deutschland ist mit 60 bestellten Maschinen der größte Kunde für das Militärflugzeug. Deutschland und Frankreich hatten EADS angesichts der immer neuen Lieferverzögerungen zu einem finanziellen Entgegenkommen aufgefordert. Zudem hatte der neue deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg EADS daran erinnert, dass Vertragstreue nicht nur ein Wort bleiben dürfe. Deutschland und Frankreich seien sich einig, dass die Verträge eingehalten werden müssen, hatte Guttenberg gesagt.

Auf die Lieferung von weniger Maschinen, aber zum ursprünglich geplanten Paketpreis - also einem höheren Einzelpreis pro Maschine - will sich Guttenberg nicht einlassen, hieß es erst kürzlich in Regierungskreisen. Die IG Metall hatte Guttenberg angesichts seiner harten Haltung vor einem Ausstieg aus dem Projekt gewarnt. Scheitere das Vorhaben an der Haltung Deutschlands, werde man bei künftigen Rüstungsprogrammen nicht mehr ernst genommen.

Es gehe zudem beim A400M um 40 000 Arbeitsplätze, davon rund 10 000 in Deutschland. Frankreich und Großbritannien hatten sich zuletzt aber kompromissbereiter geäußert, um das Projekt fortzuführen. Der Kunde Südafrika hatte kürzlich als erstes Land seine A400M-Bestellung storniert. Die Probleme beim A400M belasten auch die Ertragsrechnung von EADS. Noch seien die Konsequenzen der Liefer-Verzögerungen noch nicht vollständig absehbar, hatte es vor wenigen Tagen bei dem Konzern geheißen. Strafzahlungen seien möglich. Allein in den ersten drei Quartalen habe der A400M den Konzern mit 224 Mio. Euro belastet - zusätzlich zu den Kosten von bisher mehr als zwei Mrd. Euro.

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