Militante Gruppen sollen zerschlagen werden
USA machen Palästinenser-Regierung Druck

Nach den jüngsten Anschlägen palästinensischer Selbstmordattentäter haben die USA die Palästinenser-Regierung aufgefordert, unverzüglich gegen militante Gruppen vorzugehen.

Reuters CRAWFORD. „Die Palästinenser-Behörde muss jetzt handeln, um terroristische Netzwerke zu zerschlagen, die weitere Anschläge planen“, sagte eine Sprecherin des US-Präsidialamtes am Dienstag in Crawford im US-Bundesstaat Texas. Israel habe zwar das Recht, sich zu verteidigen, müsse aber „die Folgen seines Handelns bedenken“, fügte die Sprecherin hinzu. US-Außenminister Colin Powell hatte zuvor erklärt, die beiden Anschläge könnten die Nahost-Friedensbemühungen der USA nicht aufhalten.

Palästinensische Attentäter hatten trotz eines vor Wochen vereinbarten Gewaltverzichts am Dienstag innerhalb einer Stunde zwei Anschläge verübt und damit den mühsam in Gang gekommenen Friedensprozess in Gefahr gebracht. Zwei Israelis sowie die beiden Attentäter kamen bei den Anschlägen im zentralisraelischen Rosch Haajin und nahe der jüdischen Siedlung Ariel im Westjordanland ums Leben. Zu den Anschlägen bekannten sich die radikalen El-Aksa-Brigaden, die der Fatah-Organisation von Palästinenser-Präsident Jassir Arafat nahe stehen, sowie die Hamas, die für eine Zerstörung Israels kämpft.

Die Hamas hatte den Anschlag im Westjordanland als Ausnahme von der im Prinzip seit sechs Wochen geltenden Waffenruhe bezeichnet. Er sei durch israelische Provokationen ausgelöst worden. Der Anschlag bei Ariel sei die Vergeltung für den Tod zweier Hamas-Mitglieder, die am Freitag bei einer Militäraktion israelischer Soldaten im Nablus getötet worden waren. Auch die El-Aksa-Brigaden begründeten ihren Anschlag mit der Aktion in Nablus.

Der israelische Regierungschef Ariel Scharon sagte nach den Anschlägen, der Friedensprozess werde nicht vorankommen, wenn die Palästinenser-Regierung die extremistischen Kräfte nicht bekämpfe. Der palästinensische Ministerpräsident Mahmud Abbas verurteilte die Anschläge und brach eine Reise in einige Golfstaaten ab.

Powell sagte in einer Rede vor israelischen und arabischen Studenten: „Wir werden bei der Umsetzung des Friedensplans weiter voranschreiten, ... Bomben werden uns nicht aufhalten. Diese Art von Gewalt wird uns nicht aufhalten.“

Die USA haben gemeinsam mit der Europäischen Union (EU), den Vereinten Nationen (UNO) und Russland einen Nahost-Friedensplan vorgelegt, der nach der Beendigung der Gewalt die Gründung eines Palästinenser-Staates bis 2005 vorsieht.

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