Miliz in Syrien
IS-Terroristen verschleppen Christen

Der IS hat zugeschlagen: Mehr als 200 Assyrer sollen in Syrien verschleppt worden sein. Das Schicksal der Geiseln ist bislang unklar. Indes geht der Kampf weiter und die Kurden feiern militärische Erfolge gegen den IS.
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BeirutDie Extremisten des Islamischen Staates (IS) haben nach Informationen der Syrischen Beobachtergruppe für Menschenrechte mindestens 220 Menschen aus der Gemeinschaft der assyrischen Christen verschleppt. Im Nordosten des Landes habe der IS in den vergangenen Tagen zehn Dörfer nahe der Stadt Hasaka erobert, teilte die Gruppe am Donnerstag mit.

In dem Gebiet rund um die vor allem von Kurden bewohnten Stadt lebt die Minderheit der Assyrer. Hunderte Christen seien aus dem gebiet geflüchtet, teilte eine Organisation der syrischen Christen mit. Die USA verurteilten die Angriffe auf die Christen, bei denen Kirchen und Wohnhäuser verbrannt sowie Frauen, Kinder und Alte verschleppt worden seien.

Die jüngste Offensive des IS in der Gegend fällt mit den militärischen Erfolgen der Kurden nach der Vertreibung der Extremisten aus Kobani zusammen. Mit dem Vorrücken der kurdischen Kämpfer im Nordosten Syriens wird die Verbindung zwischen den IS-Gebieten in Syrien und im Irak bedroht, in denen die sunnitischen Extremisten ein Kalifat ausgerufen haben. Sie gehen dort mit großer Brutalität gegen alle vor, die sie als Ungläubige betrachten. Dazu gehören Christen ebenso wie Kurden, Jesiden und schiitische Muslime.

Über das Schicksal der Assyrer war zunächst nichts bekannt. Der Chef der Beobachtergruppe, Rami Abdulrahman, sagte, sie seien aus den Dörfern in das vom IS kontrollierte Gebiet verschleppt worden. In der Vergangenheit nutzten die IS-Extremisten ihre Geiseln manchmal, um eigene Kämpfer freizupressen. Kürzlich veröffentlichten IS-Kämpfer in Libyen aber auch Videoaufnahmen, die die Enthauptung von koptischen Christen aus Ägypten zeigte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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