Milliardäre im Fokus: Deutschland nimmt Steueroase Panama ins Visier

Milliardäre im Fokus
Deutschland nimmt Steueroase Panama ins Visier

Panama gilt seit Jahrzehnten als verschwiegene Steueroase. Jetzt wurde bekannt, dass prominente deutsche Unternehmer dort als Direktoren oder Besitzer in Firmen engagiert sind. Die Politik in Deutschland ist alarmiert.
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BerlinDeutschland verhandelt derzeit mit Panama ein Abkommen zum Austausch von Informationen in Steuerbelangen. Aufgrund eines solchen sogenannten Informationsaustauschabkommens ("Tax Information Exchange Agreement", kurz: TIEA) „können die deutschen Steuerbehörden zukünftig nach OECD-Standard steuerliche Informationen aus Panama erhalten“, sagte eine Sprecherin von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) Handelsblatt Online.

Hintergrund ist ein Bericht der „Süddeutschen Zeitung“, wonach mehrere prominente deutsche Unternehmer und Privatleute als Direktoren oder Besitzer in Firmen der Steueroase Panama engagiert sein sollen - darunter die Industriellen Porsche, Piëch, Quandt und die Kaffee-Dynastie Jacobs.

Konkrete Angaben zu den in dem Bericht benannten deutschen Unternehmern und Privatleuten machte die Sprecherin aufgrund des geltenden Steuergeheimnisses nicht. Sie wies lediglich darauf hin, dass jeder, der in Deutschland lebe oder wohne, auch grundsätzlich hier unbeschränkt – also mit seinem im In- und im Ausland erwirtschafteten Einkommen – steuerpflichtig sei. „Das deutsche Steuerrecht sieht somit grundsätzlich die Besteuerung aus Panama stammender Einkünfte vor, gegebenenfalls unter Anrechnung dort gezahlter Steuern“, sagte die Sprecherin.

Der rheinland-pfälzische Finanzminister Carsten Kühl (SPD) bestätigte, dass Deutschland im Fall Panama aktiv geworden ist. „Bundesfinanzministerium und die Steuerbehörden der Länder arbeiten in dieser Angelegenheit bereits zusammen“, sagte Kühl Handelsblatt Online. „Soweit es sich dabei um Steuerhinterziehung handeln sollte, sieht das Strafgesetzbuch die notwendigen Konsequenzen vor“, fügte der SPD-Politiker hinzu. Soweit es sich „nur“ um Steuervermeidung, also um die legale Nutzung von Steuerschlupflöchern handle, habe man mit einem Problem der Steuermoral zu tun.

Panama gilt seit Jahrzehnten als verschwiegene Steueroase. Die von der „Süddeutschen Zeitung“ recherchierten Namen stammen aus der offiziellen Datenbank des Landes, die seit einiger Zeit online zu finden ist. Daraus lässt sich aber noch nicht ablesen, welche Personen hinter den eingetragenen Unternehmen stehen. Erst ein englischer Hacker hat die Daten auf seinem Blog verfügbar und durchsuchbar gemacht.

Kommentare zu " Milliardäre im Fokus: Deutschland nimmt Steueroase Panama ins Visier"

Alle Kommentare
  • Haben Sie schon mal außerhalb Ihrer kleine Welt gelebt oder gearbeitet.
    Wenn man noch nichts von der Welt gesehen hat, sollte man vorsichtig sein, was für einen unsäglich kleinkarierten Schwachsinn von sich gibt.
    Gruß aus Spanien

  • Deutsche Steuern auf Welteinkommen, für jeden deutschen Staatsangehörigen - warum machen wir das nicht?
    Als allererste Maßnahme sollten wir eine weltweite Steuerpflicht für Deutsche Staatsbürger einführen. Wer das nicht will, soll seinen Pass abgeben müssen. Wer haben doch jetzt alle die Steuerindentnummer; nichts leichter als das.
    Mir kann keiner erklären, warum deutsche Soldaten unsere nationalen Interessen unter Todesgefahren verteidigen müssen und ein paar miese Gestalten zahlen nicht ihre Steuern. Wenn dann in Panama mal ein General putscht, sind das die Ersten die in Deutschland in geordneten Verhältnissen Unterschlupf suchen. Manche kommen auch zurück in die Sozialsysteme wenn es im Ausland mal nicht so richtig geklappt hat. Also Versteurung des Welteinkommens, die USA machen es uns vor.

  • €uro, das Trinkgeld für Reiche. Sie nehmen das natürlich gerne an.

  • Ja, es hackt schon lange in diesem, unserem Lande. Die deutschen werden wieder vom Größenwahn geritten. Abder Martinelli ist ein Freund Berlusonis, wird sich sicherlich nicht einem Schäuble oder einer Merkle wirklich beugen wollen. Würde man nur die Subventionen für Großkonzerne streichen, ein Steuergesetz schaffen, wie in Panama selbst, wo alles, was im Land verdient wird, auch dort versteuert werden muss, wenn die Lobbyiste nicht mehr die Politik und die Politkmarionetten beherschen dürfen, wenn ein vernünftiges, aber sozial gerechtes, sehr vereinfachtes Steuergesetz endlich einmal stattfinden würde, hätten wir diese Steuerflucht gar nicht nötig. Und unsere Sozialsysteme wären nciht so marode. Wozu braucht das kleine Land Deutschland 133 staatl. Krankenversicherungen??? Alle kassieren auf kosten des kleinen Mannes. 3 Kassen würden als staatl. genügen. Solange unser Staat selbst die Finger am längsten macht im Portemonnaie der Bürger und Steuerzahler, werden Moralbrädigten ins leere laufen. Schlechtes Vorbild verdirbt gute Sitten.

  • Kaum das wir den Griechen den Arsch gerettet haben, jetzt Zypern, kommt die Slowaken und halten die Hand für ihre Banken auf. Am Ende wird es keinen Euro mehr geben, da man zuviele betrügerische Nationen in die EU aufnahm, die NICHT annähernd die EU Kriterien erfüllten. Den deutschen Steuerzahler blutete man aus und wofür? für wen?, für was?

  • Schäuble, Steinbrück, Schröder, der uns alle nur Unglück brachte und sich selbst seine Zukunft sanierte, die Merkel und Trittins, die sind alle inzwischen größenwahnsinnig und sollten mal in die Anstalt gehen, zu neues aus der Anstalt. Offensichtlich nur noch kranke Hirne in der Regierung. Deutsche waren bis zu Merkel beliebte Genossen weltweit, jetzt beginnt man uns zu hassen.

  • Katharina
    Ich denke, solange unsere Politiker selbst die Hände so weit es geht aufhalten, Schröder GasProm und Freund Peter Hartz, dem 44 Straftaten nachgewiesen wurden, Fischer, Steinbrück, Schily, Ulla Schmidt,und all die hunderten anderer Politiker, Lügner und Betrüger, Dr. Titel Schwindler, die NUR ihr eigenes Schäfchen und das ihrer Amigos ans sichere Ufer führen wollen, nicht seriös sind, brauchen sich SOLCHE Schmarotzer dieser Gesellschaft nicht über Panama oder andere Oasen und deren Steuerflüchtlinge beklagen. Zuerst sollten sie ihren eigenen Saustall einmal kräftig reinigen und sämtliche Nebeneinkünfte offen legen und ein Schily sollte nicht gegen eine lächerliche Zahlung aus der Portokasse von 20 T€ sich von dieser Verpflichtung freikaufen können. Unsere Politiker gehen mit allerschlechtestem Beispiel in erster Linie an der Selbstbedienerfront voran. Erst wenn sie selbst die Moral beherschen, die sie anderen abverlangen, wird sich vielleicht mal etwas ändern.

  • Mit Moral brauchen SPD und Grüne und alle anderen nicht argumentieren. In Geldfragen hat es das in der Geschichte nie gegeben. Da ist sich jeder selbst der nächste. Die Politiker sollte ideologiefrei Rahmenbedingungen setzen, damit die Vermögenden/Reichen/Millionäre/Milliardäre freiwillig in Deutschland wohnen wollen. Sonst bricht uns in Deutschland wie derzeit in Frankreich die Steuerbasis weg, wenn dieser Personenkreis ins Ausland "gezwungen" wird.

  • Der Vergleich hier im Forum der derzeitigen Methoden in Deutschland mit den Methoden des 3.Reiches ist absolut zutreffend. Wer jetzt hier bleibt wird es am Ende bitter bereuen. Es werden Erinnerungen an die Familie Rosenthal und andere wach. Anfaenglich hat auch im 3. Reich niemand das spaetere Ausmass wahr haben wollen. Hoffentlich dieses Mal.

  • Natürlich wird es zu einem Informationsaustausch zwischen Deutschland - besser der Europäischen Union - und Panamá kommen. Die Staatengruppe Mittelamerikas, zu der auch Panamá gehört, hat mit der EU ein Freihandelsabkommen abgeschlossen. Da sind Steuerabkommen die natürliche Konsequenz.
    Natürlich ist die nun angezettelte Debatte über die „Steueroase Panamá“ humorfrei.
    Statt Karl Dall einen Auftritt zu gestatten, wird da ein vermeintlicher Fachmann zitiert (Markus Meinzer vom "Netzwerk Steuergerechtigkeit") mit Banalitäten wie „Firmen in Panamá hafte etwas Anrüchiges an“.

    Natürlich haben diese verbiesterten Zeitgenossen noch nie davon gehört, wie beliebt beispielsweise die „Stiftung des Privaten Rechtes“ aus Panamá bei Belegschaft und Gewerkschaften in Deutschland ist, wenn es darum geht, den Fortbestand eines mittelständischen Unternehmens über den Tod des Firmeninhabers hinaus zu sichern, wenn keine geeigneten Nachkommen zur Verfügung stehen. In Deutschland gibt es keine Stiftungen, mit denen ein derartiger rechtlich gesicherter Fortbestand des deutschen Unternehmens gewährleistet werden kann. Die Stiftung Panamás ist so flexibel, daß deutsche Bestimmungen in das Statut wie das Beistatut eingearbeitet werden können - sogar in deutscher Sprache. Alles ist absolut transparent und zwischenzeitlich bewährt.

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