Milliarden-Programm
Obama will Bildung in der Breite fördern

Mit einem ehrgeizigen Milliarden-Programm will US-Präsident Barack Obama die USA zum Land mit den meisten Hochschulabsolventen weltweit machen. Dafür will er über zehn Jahre hinweg zwölf Mrd. Dollar in das System der "Community Colleges" investieren, erklärten Regierungsvertreter vor einer Rede des Präsidenten im Macomb Community College in Warren, Michigan.

law WASHINGTON. Die Community Colleges sind lokal ausgerichtete Hochschulen mit kürzeren Studienzeiten und niedrigeren Gebühren. In den kommenden zehn Jahren soll die Zahl der Absolventen dieser Einrichtungen um fünf auf elf Millionen steigen.

Gerade in der Finanz- und Wirtschaftskrise müsse der Staat in Bildung investieren, argumentiert Obama. Die zum Teil ziemlich heruntergekommenen Community Colleges müssten besser ausgestattet werden, "damit dort Amerikaner aller Altersstufen das Wissen und die Fähigkeiten erwerben können, die sie für den Arbeitsmarkt der Zukunft fit machen", schrieb der Präsident in einem Gastbeitrag für die "Washington Post".

Neben der Reform des Gesundheitssystems und der umweltfreundlichen Umstellung der Energiepolitik ist die Bildung der dritte Schwerpunkt von Obamas langfristigem Regierungsprogramm. Er drängt alle Amerikaner, mindestens ein Jahr in die höhere Bildung oder die berufliche Fortbildung zu investieren. Ein Studium auf einem Community College dauert zwei statt sonst vier Jahre. Im Gegensatz zu den in der Regel privat finanzierten Eliteunis sollen diese Einrichtungen der Bevölkerung in der jeweiligen Region dienen. Die Studiengebühren sind etwa halb so hoch wie bei den Universitäten.

Gegenwärtig studieren etwa sechs Millionen Amerikaner an den mehr als 1 000 Community Colleges des Landes. Jedes Jahr macht eine halbe Million ihren Abschluss. Allerdings leiden die Colleges häufig unter einem schlechten Ruf und gelten als letzte Chance für Studenten, die es mangels Leistung oder Finanzkraft nicht in die regulären Hochschulen schaffen. Jedoch ermöglichen sie genau dieser Klientel den Einstieg in die höhere Bildung.

Die zwölf Mrd. Dollar sollen in einen Ausbau der Gebäude und des Angebots fließen. Um die Qualität der Ausbildung deutlich zu verbessern, sollen zwei Drittel der Gelder an Einrichtungen gehen, die in einem Wettbewerb nachgewiesen haben, dass sie ihre Programme und Lehrpläne auf den neuesten Stand gebracht haben. Die Milliarden aus Washington sollen durch private Mittel ergänzt werden, womit insgesamt noch sehr viel mehr Geld fließen könnte, heißt es in Washington. Zudem soll der Wechsel zwischen den Colleges und den normalen Universitäten erleichtert werden. Nach Angaben von Obamas Bildungsberater James Kvaal sollen 500 Mio. Dollar in Online-Programme investiert werden, die von Studenten im ganzen Land genutzt werden können.

Die Finanzierung der Initiative ist noch nicht gesichert. Die Obama-Administration will die Gelder ins nächste Haushaltsgesetz aufnehmen, damit die ersten Mittel im ersten Halbjahr 2010 fließen können.

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