Millionensumme wegen Zerstörung der Donaubrücke von Novi Sad gefordert: Unternehmen verklagt Deutschland wegen Nato-Angriffen in Serbien

Millionensumme wegen Zerstörung der Donaubrücke von Novi Sad gefordert
Unternehmen verklagt Deutschland wegen Nato-Angriffen in Serbien

Deutschland sieht sich gemeinsam mit mehreren anderen Nato-Staaten einer neuen Schadensersatzklage wegen Bombenschäden im Kosovo-Konflikt ausgesetzt. Das französische Transportunternehmen Touax SA hat eine Schadensersatzklage über 9 Mill. US-Dollar beim Landgericht Bonn gegen die Bundesrepublik eingereicht, bestätigte das Unternehmen auf Anfrage.

DÜSSELDORF. Auch in Belgien und Frankreich laufen nach Informationen des Handelsblatts parallele Verfahren. In dem Prozess geht es nicht um Tote oder Verletzte, sondern um hartes Geschäft: Die Nato hatte im April 1999 drei Donaubrücken in der Hauptstadt der serbischen Provinz Vojvodina, Novi Sad, bombardiert. Die Trümmer der Brücken blockierten die Donau, die für den Schiffsverkehr unpassierbar wurde. Die Touax SA betreibt nach eigenen Angaben mit 500 Schiffen eine der größten Binnenschifffahrtsflotten Europas. Die Donau ist die wichtigste Wasserstraße zwischen Mitteleuropa und dem osteuropäischen Raum.

Später wurden zwei Brücken wieder aufgebaut und die dritte vorläufig durch eine Pontonbrücke ersetzt. Die auf dem Wasser schwimmenden Pontons behindern immer noch den Schiffsverkehr auf der Donau – und damit auch die Geschäfte der Touax SA: 24 ihrer Schiffe seien nicht mehr oder nur noch eingeschränkt einsetzbar gewesen, sagte Touax-Anwalt Ludger Giesberts von der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer dem Handelsblatt.

Der provisorische Notbehelf wird derzeit dreimal wöchentlich für die Durchfahrt von Schiffen geöffnet. „Man muss aufpassen, dass man zum richtigen Zeitpunkt da ist“, sagt Jörg Rusche, Geschäftsführer des Bundesverbandes Binnenschifffahrt. „Sonst muss man warten – tagelang.“ Zu diesem Nadelöhreffekt kommt, dass die Donaupassage in Novi Sad sich für die serbischen Behörden zu einem einträglichen geschäft entwickelt hat: Diese verlangen nämlich nach Auskunft Rusches erhebliche Gebühren, die bei größeren Schiffen bis zu 500 Euro pro Durchfahrt betragen können. Erst im nächsten Jahr hoffe er wieder auf freie Durchfahrt, sagte Rusche.

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