Mindestens 10 Tote bei Anschlägen
Taliban töten entführten Briten

Bei Anschlägen radikalislamischer Taliban sind im Süden Afghanistans mindestens zehn Menschen getötet worden, darunter ein Kandidat für die Parlamentswahl in zwei Wochen. Auch ein in der westafghanischen Provinz Farah entführter Brite ist nicht mehr am Leben.

HB KABUL/LONDON. Der Politiker Habibullah Khan sei seinen Verletzungen nach einem Anschlag am Sonntag in der Provinz Helmand erlegen, teilte die Wahlbehörde in Kabul mit. Es ist der fünfte Kandidat, der ermordet wurde. Der Staatsminister im britischen Außenministerium, Kim Howells, teilte mit, US-geführte Koalitionstruppen hätten bei einem Sucheinsatz am Samstag eine Leiche entdeckt. Es werde davon ausgegangen, dass es die des am Mittwoch entführten Briten David Addison sei.

Taliban-Sprecher Mufti Latifullah Hakimi sagte am Sonntag, der höchste Taliban-Rat habe einstimmig den Tod des Briten beschlossen, weil dieser Soldat der britischen Armee gewesen sei. Nach Angaben des Innenministeriums in Kabul war Addison dagegen Straßenbauingenieur. Bei einem Überfall auf den Konvoi des Briten waren auch drei afghanische Polizisten getötet worden. Am Donnerstag waren in der Unruheprovinz Kandahar auch die Leichen von zwei ermordeten Japanern entdeckt worden, die seit dem 8. August vermisst wurden. Hakimi wies jede Verantwortung der Taliban für diese Tat zurück. In Afghanistan sind bereits häufiger Ausländer von radikalislamischen Rebellen oder Kriminellen entführt worden. Bislang wurden fast alle Geiseln unversehrt wieder freigelassen.

Am Sonntag kamen in Helmand nach Angaben der Provinzregierung bei einem weiteren Anschlag ein stellvertretender Kommandeur der Sicherheitskräfte, sein Sohn und drei seiner Leibwächter ums Leben. In der Provinz Sabul teilte die Polizei mit, bei zwei Angriffen seien insgesamt vier Polizisten getötet worden. Die Taliban bekannten sich zu den Taten.

Vor der Parlamentswahl am 18. September - der ersten seit dem Sturz des Talibanregimes Ende 2001 - hat die Gewalt in Afghanistan wieder deutlich zugenommen. Knapp 3000 Kandidaten bewerben sich um die 249 Parlamentssitze, von denen 68 für Frauen reserviert sind.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%