Mindestens 100 Tote
Syrisches Blutbad erschüttert die Welt

Das Gemetzel des syrischen Militärs unter den Regimekritikern erschüttert die Weltpolitik: Die Uno und die EU fordern ein Ende des Massakers, Deutschland beantragt eine Sitzung im UN-Sicherheitsrat.
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Damaskus, London, Brüssel, New YorkSyriens Präsident Baschar el Assad geht weiter mit eiserner Hand gegen die Protestbewegung vor: Die Armee stürmte am Sonntag mit Panzern die Protesthochburg Hama, wobei nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten in der Stadt im Zentrum des Landes mindestens 100 Menschen getötet wurden. Auch in anderen syrischen Städten kamen bei gewalttätigen Einsätzen von Assads Sicherheitskräften offenbar zahlreiche Menschen ums Leben.

Ein Augenzeuge berichtete der Nachrichtenagentur AFP am Telefon, dass die Armee am frühen Morgen in Hama eingerückt sei. Ein weiterer Augenzeuge sagte, fünf Panzer hätten den Sitz des Gouverneurs umstellt. Überall in der Stadt hätten gepanzerte Fahrzeuge Stellung bezogen. In Hama hatten Anfang Juli eine halbe Million Menschen gegen die Staatsführung demonstriert.

Der Chef der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, sprach von „einem der blutigsten Tage“ seit Beginn der Proteste Mitte März. Der Chef der syrischen Menschenrechtsliga, Abdel Karim Rihawi, sagte, in Hama seien mindestens 100 Zivilisten von Soldaten und weiteren Sicherheitskräften erschossen worden.

In Syrien gibt es seit Mitte März regelmäßig Massenproteste gegen die Führungsriege um Assad. Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten wurden seither mehr als 1600 Zivilisten getötet.

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon mit verurteile die Gewalt gegen friedliche Demonstranten scharf. Der Einsatz des Militärs gegen die Zivilisten müsse sofort gestoppt werden, sagte der Koreaner am Sonntag in New York

Die syrischen Behörden hätten die Pflicht, die Menschenrechte zu achten - auch das Recht auf friedliche Versammlung und Meinungsfreiheit. Ban verlangte vom Regime, auf die Sorgen seines Volkes zu hören. „Die syrischen Behörden sind verantwortlich für ihr Handeln und können nach internationalem Recht für alle Gewaltakte gegen ihr Volk zur Rechenschaft gezogen werden“, sagte Ban.

Zuvor waren bereit andere Politiker das syrische Regime scharf angegangen. US-Präsident Barack Obama zeigte sich „entsetzt“ über „die Gewalt und die Brutalität“ in Hama und lobte die „mutigen“ Demonstranten. Nach einem demokratischen Übergang werde Syrien „ein besserer Ort“ sein, sagte Obama in Washington.

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