Mindestens 100 Verletzte
20 Tote nach Busexplosion in Israel

Bei einem mutmaßlichen Selbstmordanschlag in Jerusalem sind am Dienstagabend nach Angaben von Sanitätern mindestens 20 Menschen getötet worden. Medienberichten zufolge wurden mindestens 100 Menschen verletzt.

Reuters JERUSALEM. „Der Selbstmordattentäter hat sich in der Mitte des Busses in die Luft gesprengt“, sagte Jerusalems Polizeichef Mickey Levy. Die Explosion ereignete sich im einem überwiegend von orthodoxen Juden bewohnten Stadtteil im Westen der Stadt. Israel sagte die für den Abend geplanten Sicherheitsgespräche mit den Palästinensern und den Abzug aus zwei Städten im Westjordanland ab. Mehrere palästinensische Extremistengruppen hatten auf Bitten der Palästinenser-Regierung Ende Juni eine Waffenruhe verkündet. Nach dem Bericht eines Fernsehsenders im Libanon bekannte sich die Gruppe Islamischer Dschihad zu dem Anschlag.

„Es war eine große Bombe und es gibt eine große Zahl von Opfern“, sagte Levy. Reuters-Reporter Barry Moody berichtete, zwei Busse seien von der Explosion betroffen. Einer sei völlig zerstört worden, bei dem anderen seien die Fenster herausgeflogen. „Ich kann drei auseinander gerissene Körper sehen, auch einen abgetrennten Arm, einen abgetrennten Unterleib und eine Frau, der der Brustkorb herausgerissen wurde.“

Israel setzt Abzug und Gespräche aus

Der Sprecher des Israelischen Außenministeriums Joni Peled sagte, „Wir setzen den Rückzug aus. Wir werden die Lage beurteilen müssen.“ In den Sicherheitsgesprächen hätte die für Mittwoch geplante Übergabe der beiden Städte Kalikilja und Jericho an die Palästinenser abschließend beraten werden sollen. Der von den USA unterstützte Friedensplan verlangt von Israel den Abzug aus Städten im Westjordanland und von der Palästinenser-Führung ein entschlossenes Vorgehen gegen gewaltbereite Palästinenser-Gruppen. Das US-Präsidialamt verurteilte den Anschlag und forderte die Palästinenser auf, die militanten Gruppen aufzulösen.

Seit Beginn des Palästinenser-Aufstandes im September 2000 sind zahlreiche Anschläge auf Israelis und israelische Einrichtungen verübt worden. Mehrere radikale Palästinenser- Gruppen haben einen befristeten Gewaltverzicht erklärt, um die Umsetzung eines internationalen Friedensplans nicht zu belasten. Der Friedensplan sieht ein Ende der Gewalt und bis zum Jahr 2005 die Gründung eines Palästinenser-Staats vor.

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