Mindestens 15 Tote
Hamas bekennt sich zu Anschlägen

Die Hamas gibt sich wildentschlossen, den Friedensprozess zu torpedieren. Sie hat sich zu den Anschlägen bekannt, die in Jerusalem und in der Nähe von Tel Aviv mindestens 13 Israelis mit in den Tod rissen.

HB JERUSALEM. Zwei palästinensische Selbstmordattentäter haben in Israel bei kurz aufeinander folgenden Anschlägen mindestens 13 Menschen mit sich in den Tod gerissen. Eine Bombe wurde am späten Dienstagabend in einem Cafe in Jerusalem gezündet. Dort starben mindestens sechs Menschen. Nur wenige Stunden zuvor hatte sich in der Nähe von Tel Aviv ein Attentäter an einer Bushaltestelle in die Luft gesprengt und sich sowie sieben andere Menschen getötet. Die Anschläge gehen offenbar auf das Konto der radikal israelfeindlichen Gruppe Hamas.

Anführer der Organisation waren in den vergangenen Tagen wiederholt Opfer gezielter Tötungsaktionen des israelischen Militärs geworden. Ein israelischer Regierungssprecher warf der Palästinenser-Regierung erneut Untätigkeit im Kampf gegen die radikalen Gruppen vor.

„Ein Selbstmordattentäter ist in das Cafe gegangen und hat seinen Sprengstoff gezündet“, sagte der Polizeichef von Jerusalem Mickey Levi. Zwei Wachen habe es vor dem Cafe gegeben: „Einen am Eingang, einen drinnen. Offensichtlich sah der Sicherheitsmann am Eingang ihn (den Attentäter) und versuchte ihn am Betreten zu hindern. Aber er kam dennoch rein und es gab eine mächtige Explosion.“ Kurz bevor der Attentäter seine Bombe zündete, habe er noch „Gott ist groß“ gerufen, berichteten Augenzeugen.

Bei dem Anschlag in der Nähe eines Militärstützpunkts bei Tel Aviv wurden sieben Soldaten getötet. Es war der erste Selbstmordanschlag seit dem 19. August, als ein Attentäter in Jerusalem sich und 22 weitere Personen tötete. Als Vergeltung hatte Israel seine Angriffe in den Palästinenser-Gebieten intensiviert und zwölf Mitglieder radikaler Palästinenser-Gruppen getötet.

Hamas kündigt weitere Anschläge in Israel an

In einem in Gaza verteilten Flugblatt des bewaffneten Flügel der radikalen palästinensischen Hamas-Organisation hieß es, die israelische Bevölkerung solle sich auf weitere Anschläge vorbereiten. „Wir sagen hiermit, dass die Zeit gekommen ist, wo Ihr für Eure Verbrechen büßen müsst. Wir haben noch Zeit für weitere Antworten und Vergeltungsschläge. Seid bereit für mehr und mehr!“

Hamas hatte nach der Liquidierung ihres politischen Führers Ismail Abu Schanab in Gaza Vergeltung geschworen und eine Ende Juni ausgerufene einseitige Waffenruhe aufgekündigt. Am Samstag entkam der Hamas-Gründer und geistliche Führer der Organisation, Scheich Ahmed Jassin, nur knapp einem Bombenangriff der israelischen Luftwaffe. Insgesamt tötete die israelische Armee mehr als zehn Hamas-Aktivisten und mehrere unbeteiligte Passanten bei den umstrittenen Liquidierungen. Sie folgten einem blutigen Selbstmordanschlag in Jerusalem bei dem am 19. August 23 Menschen getötet worden waren.

Israel hat Extremisten weiter im Visier

Der Kandidat für den Posten des palästinensischen Ministerpräsidenten, Ahmed Korei, verurteilte den Anschlag bei Tel Aviv. „Wir verurteilen jedes Töten von Unschuldigen, ganz gleich ob es Palästinenser sind ... oder Israelis, wie die Opfer der heutigen Explosion. Solche Zwischenfälle machen die Notwendigkeit deutlich, dass die palästinensische und die israelische Führung ... den effektivsten Weg suchen, um das Töten zu beenden.“

Israel kündigte an, weiter gegen gewalttätige Palästinenser vorzugehen. Israel werde „die nötigen Schritte unternehmen, um sein Volk zu verteidigen“, erklärte das Büro von Ministerpräsident Ariel Scharon. Am Abend trat in Abwesenheit von Scharon, der sich in Indien aufhält, das Sicherheitskabinett zusammen, um über eine Reaktion auf die Anschläge zu beraten. Scharon-Sprecher David Baker warf der Palästinenser-Führung vor, nichts zur Entwaffnung der Extremisten zu unternehmen. „Dieses Nicht-Handeln ist die direkte Ursache für die Terroraktionen gegen Israel.“

Auch ein Einsatz in Hebron am Dienstagmorgen galt offenkundig Hamas-Mitgliedern. Zwei der Gesuchten seien nach der Schießerei tot in dem Gebäude gefunden worden, hieß es. Durch Splitter sei außerdem ein elfjähriger Junge ums Leben gekommen, der das Gefecht von einem anderen Gebäude aus beobachtet habe, sagten palästinensische Augenzeugen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%