Mindestens 24 Tote
Neue Anschläge in Bagdad

In Bagdad sind am Freitagmorgen bei der Explosion von einer Autobomben und einem Überfall auf eine Polizeistation 25 Menschen getötet und 27 verletzt worden.

HB BAGDAD. Während der Freitagsgebete raste ein Selbstmordattentäter mit einem mit Sprengstoff beladenen Auto in eine schiitische Moschee des überwiegend von Sunniten bewohnten Stadtviertels Aadhamija. Als Rettungskräfte versuchten, die Toten und Verwundeten zu retten, habe es eine zweite Explosion gegeben, berichteten Augenzeugen. Mindestens 14 Menschen seien getötet worden.

Im Süden der Hauptstadt feuerten Rebellen kurz nach Sonnenaufgang Granaten auf eine Polizeiwache ab und stürmten das Gebäude. Überlebende der Attacke sagten, die Aufständischen hätten elf Polizisten erschossen und sechs weitere verletzt. Sie hätten außerdem rund 50 Gefangene aus ihren Zellen befreit und zwei Polizeifahrzeuge angezündet. In Internet tauchte ein Bekennerschreiben einer Gruppe des Moslem-Extremisten Abu Mussab al-Sarkawi auf. Mitglieder der Gruppe hätten die Wache gestürmt und bis auf zwei geflohene alle Polizisten erschossen, hieß es darin. Die Opfer werden als „Abtrünnige“ bezeichnet, die ihre Religion, ihre Ehre und ihr Land verkauft hätten. Al-Sarkawi und seine Gefolgsleute werden für einige der verheerendsten Anschläge im Irak verantwortlich gemacht.

Der Anschlag auf die Moschee schürt die Angst vor einer Eskalation der religiösen Spannungen im Irak. Die Schiiten, die rund 60 % der irakischen Bevölkerung stellen, wurden unter der Herrschaft des gestürzten Präsidenten Saddam Hussein unterdrückt. Die damals einflussreichen Sunniten hingegen fürchten nun, als Minderheit ihre Macht zu verlieren, und haben sich für eine Verschiebung der für Ende Januar geplanten Wahlen ausgesprochen.

Der irakische Ministerpräsident Ijad Allawi wollte am Freitag in Berlin zu Gesprächen mit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) zusammentreffen.

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