Mindestens 29 Tote
Blutige Gewalt bei Wahlen auf den Philippinen

Überschattet von blutiger Gewalt haben die Philippiner am Montag ihr Staatsoberhaupt und Tausende von Abgeordneten neu gewählt. Ob sich Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo gegen ihren Konkurrenten, den Filmstar Fernando Poe Junior, durchsetzen konnte, werden erste Ergebnisse am Dienstag zeigen.

HB MANILA. Nach Behördenangaben kam es in zahlreichen Landesteilen zu politisch motivierten Übergriffen. Dabei seien mindestens 29 Menschen getötet worden.

Jüngsten Umfragen zufolge kann Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo (57) damit rechnen, im Amt bestätigt zu werden. Ihr schärfster Konkurrent ist der Filmstar Fernando Poe Junior (64), der über keine politische Erfahrung verfügt, aber unter der armen Bevölkerung populär ist. Mit ersten Wahltrends wird an diesem Dienstag gerechnet.

In zahlreichen Landesteilen kam es zu politisch motivierten Übergriffen. Viele der Opfer starben am Vorabend der Abstimmung bei Anschlägen und Schießereien zwischen Anhängern rivalisierender Lokalpolitiker. Wahlen sind auf den Philippinen häufig von Gewalt begleitet. Seit Dezember starben dabei mindestens 121 Menschen. Landesweit waren mehr als 230 000 Sicherheitskräfte auch aus Angst vor Anschlägen islamistischer Terroristen im Einsatz.

Ein Mitglied der unabhängigen Wahlkommission sprach dennoch von einem „ziemlich guten“ Verlauf der Abstimmung am Wahltag. Die rund 43,5 Millionen Wahlberechtigten waren am Montag außerdem dazu aufgerufen gewesen, über Senats- und Kongressmandate sowie rund 17 000 örtliche Abgeordnetensitze zu entscheiden. Mit dem offiziellen Endergebnis wird erst in einigen Wochen gerechnet.

Umfragen kurz vor der Abstimmung hatten Arroyo mit einem Abstand von rund sieben Prozentpunkten vor Fernando Poe Junior gesehen. Die anderen drei Kandidaten im Rennen um das höchste Amt des südostasiatischen Inselstaats lagen weit abgeschlagen dahinter. Alle Bewerber hatten in ihren Kampagnen versprochen, sich gegen die weit verbreitete Korruption und Armut sowie für einen Aufschwung der lahmenden Wirtschaft des Landes einzusetzen. Auf den Philippinen lebt rund ein Drittel der Menschen unter der Armutsgrenze.

Die frühere Vizepräsidentin Arroyo war Anfang 2001 an die Staatsspitze gerückt. Ihr Vorgänger, der Ex-Schauspieler Joseph Estrada, war zuvor nach Betrugsvorwürfen in einem vom Militär unterstützten Volksaufstand zum Rücktritt gezwungen worden. Arroyo, eine promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin, wird vorgeworfen, nicht genug gegen Korruption und Armut getan zu haben.

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