Mindestens 37 Tote nach Anschlagserie
London vom Schrecken tief gezeichnet

Der Terror kehrt nach Europa zurück: Nach Madrid und Istanbul wurde nun auch London Anschlagsziel von islamistischen Extremisten. Die Explosionen in der Innenstadt kosteten mindestens 37 Menschen das Leben, über 700 wurden verletzt. Die Welt reagierte mit Entsetzen.

HB LONDON. Es war die bisher folgenschwerste Anschlagsserie in der Hauptstadt des Vereinigten Königreichs. In der britischen Metropole, die am Vortag noch über den Zuschlag für die Olympischen Spiele 2012 gejubelt hatte, brach Chaos aus. Der britische Premier Tony Blair sieht islamistische Extremisten hinter den Bluttaten. „Wir wissen, dass die Leute, die hinter diesen Anschlägen stecken, behaupten, im Namen des Islam zu handeln“, sagte er am Abend im Fernsehen. Zuvor war ein Bekennerschreiben des Terrornetzes El Kaida in einem Internetforum aufgetaucht. Darin hieß es, die Anschläge sollten die britische „Kreuzfahrer-Regierung“ wegen ihres Truppeneinsatzes in Afghanistan und im Irak treffen.

Die Welt reagierte mit Entsetzen. Der Weltsicherheitsrat forderte die internationale Gemeinschaft nach einer außerplanmäßigen Sitzung in einer einstimmig verabschiedeten Resolution dazu auf, sich an der Suche nach den Tätern, Drahtziehern und Sponsoren zu beteiligen. Der Nato-Rat will an diesem Freitag in Brüssel über die Lage beraten.

Die sieben führenden Industrienationen und Russland (G8) reagierten auf die schweren Terror-Anschläge mit demonstrativer Einigkeit. Die Staats- und Regierungschefs legten bei ihrem Gipfel im schottischen Gleneagles nahezu allen Streit über Klimawandel und Afrika-Hilfe bei. Als Zeichen ihrer Entschlossenheit, sich dem internationalen Terror zu stellen, beschlossen sie einmütig, das Treffen - wie geplant - bis zu diesem Freitag fortzusetzen.

US-Präsident George W. Bush betonte den Willen der Gipfelteilnehmer, sich nicht von Terroristen im Ringen um „eine bessere und humanere Welt abbringen zu lassen“. Bundeskanzler Gerhard Schröder nannte die Anschläge „heimtückisch“. Papst Benedikt XVI. sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus.

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