Mindestens 39 Menschen verletzt
Eta verübt Attentat auf Madrider Messe

Nach dem Bombenanschlag auf ein Hotel in der Nähe von Alicante vor zwei Wochen hat die baskische Terrorgruppe am Mittwoch erneut zugeschlagen. Um 9.30 Uhr ließ sie an einem Rondell vor der Madrider Messe Ifema eine rund 25 Kilo schwere Autobombe hochgehen, bei der zirka 40 Menschen leicht verletzt wurden und Sachschaden entstand.

MADRID. In nur 500 Meter Entfernung der Explosion fand am Nachmittag die Eröffnung der internationalen Kunstmesse Arco statt, bei der unter anderem auch das spanische Königspaar und der mexikanische Präsident Vicente Fox anwesend waren. „Wir werden uns von den Terroristen nicht abhalten lassen und unser Programm wie geplant durchzuführen,“ sagte der Madrider Bürgermeister Alberto Ruíz-Gallardón kurz nach der Tat vor Journalisten.

In diesem Jahr hat Eta bereits mehrere Autobomben hochgehen lassen, unter anderem auch in verschiedenen baskischen Unternehmen. Dabei war jedoch niemand ernsthaft verletzt oder ums Leben gekommen. Alle Sicherheitsexperten gehen trotz der wieder wachsenden Aktivität der Bande davon aus, dass ihre Organisation durch die zahlreichen Festnahmen der vergangenen Jahre sowie der Beschlagnahmung von Sprengstoff und Waffen deutlich geschwächt ist. Erst in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wurden in Spanien 14 Verdächtige festgenommen, womit wie das Innenministerium verlauten ließ, die „völlige Zerschlagung des Rekrutierungsapparates der Eta“ gelungen sei.

Josu Ion Imaz, Chef der im Baskenland regierenden baskischen Nationalpartei PNV, warnte am Mittwoch jedoch davor, bereits das Ende der Eta auszurufen: „Der jüngste Anschlag zeigt uns, dass sie immer noch Kapazität haben, Gewalt auszuüben.“ Wer Eta auf den Boden zwingen wolle, müsse das mit demokratischen Mitteln machen. Deswegen hält er es für falsch, dass ihr derzeit illegaler politischer Arm Batasuna nicht zu den auf den 17. April vorverlegten Wahlen zum baskischen Parlament zugelassen werde. „Nur wenn wir Eta und ihre Anhänger auch bei diesen Wahlen deutlich schlagen werden, wenn sie sehen, dass sie kaum noch gesellschaftliche Unterstützung genießen, werden sie ernsthaft über einen neuen Weg nachdenken müssen.“ Vor der Illegalisierung vor zwei Jahren konnte Batasuna noch rund 15 Prozent der Wahlbevölkerung im Baskenland für sich gewinnen. Die spanische Regierung unter José Luis Rodríguez Zapatero hat jedoch bereits angekündigt, dass Batasuna „unter keinen Umständen“ legalisiert würde.

Mehrmals hat er in den vergangenen Wochen jedoch die Hoffnung geäußert, dass Eta sich zu einer Aufgabe der Gewalt entschließen könnte. Seiner Partei wurden in diesem Zusammenhang auch Kontakte zu Batasuna und Eta nachgesagt, um einen solchen Gewaltverzicht zu vereinbaren. Diesen innenpolitischen Erfolg hätte der spanische Ministerpräsident dringend notwendig, sind doch viele Spanier und einige seiner Parteikollegen nicht damit zufrieden, wie er mit der jetzt auch von der baskischen Regierung offen angestrebten Souveränität des Baskenlandes umgeht. Sein Auftreten im spanischen Parlament bei der Abstimmung über den Selbstbestimmungsplan des baskischen Regierungschef Juan José Ibarretxe vor wenigen Tagen hat große Kritik im Land ausgelöst. Er habe nicht deutlich genug gemacht, welche rechtlichen Mittel der spanische Staat hat, um die von der PNV angestrebte Verwirklichung der Schaffung einer eigenen baskischen Nation den Riegel vorzuschieben. Im Gegenteil Zapatero hatte am Ende seiner sehr verständnisvollen und auf Dialog ausgerichteten Rede sogar noch gesagt, „dass die Ablehnung des Plans im nationalen Parlament nicht sein Ende bedeute.“ Damit hatte er nicht nur bei der konservativen Opposition viele Fragen offen gelassen, auf welcher Seite er steht und wie seine zukünftige Strategie aussieht.

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