Mindestens 45 Tote bei Anschlägen im irakischen Kufa
Allaui ruft Waffenruhe für Nadschaf aus

Iraks Ministerpräsident Ijad Allaui hat ab Donnerstagmittag (13.00 Uhr MESZ) eine 24-stündige Waffenruhe für die seit Wochen hart umkämpfte Rebellenhochburg Nadschaf ausgerufen.

HB BAGDAD. Der radikale Schiiten-Prediger Moktada al-Sadr habe signalisiert, dass er den Friedensplan des jüngst in den Irak zurückgekehrten Geistlichen Ajatollah Ali al-Sistani akzeptieren werde, hieß es in einer Erklärung Allauis. Sollten die Kämpfer Al-Sadrs die heiligen Stätten Nadschafs friedlich verlassen, werde ihnen Straffreiheit gewährt. Auch Al-Sadr werde freies Geleit erhalten.

Der 73-jährige Al-Sistani kam am Mittag Fernsehberichten zufolge in einem Autokonvoi in Nadschaf an. Der Ajatollah hatte die südliche Stadt Basra am Donnerstagmorgen in Begleitung von rund zehn Polizeifahrzeugen, 50 britischen Militärfahrzeugen und Hunderten mit seinen Anhängern besetzten Wagen verlassen. Die Fahrt nach Nadschaf sollte mehrere Stunden dauern. Erst am Mittwoch war er überraschend nach einer Herzoperation in London in den Irak zurückgekehrt, um den Konflikt in Nadschaf friedlich zu lösen. Bei den Kämpfen dort sind hunderte Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben eines Beraters will Al-Sistani einen Plan vorstellen, der einen Abzug der Mehdi-Miliz Al-Sadrs aus Nadschaf vorsieht, die sich in der Imam-Ali-Moschee verschanzt hat. Auch die US-Armee soll den Plänen Al-Sistanis zufolge die Stadt verlassen.

Tote bei Anschlägen im irakischen Kufa

Bei Angriffen auf verschiedene Schiiten-Gruppen in einer vollbesetzten Moschee und auf dem Weg in das umkämpfte Nadschaf sind im irakischen Kufa zuvor mindestens 45 Menschen getötet worden.

Mindestens 25 Anhänger des radikalen Schiiten-Predigers Moktada Al-Sadr wurden getötet, als Granaten in die mit Menschen gefüllte Haupt-Moschee einschlugen.

An der Moschee in Kufa hatten sich hunderte Al-Sadr-Anhänger versammelt, um gemeinsam nach Nadschaf zu ziehen. Das Fernsehen zeigte Dutzende Verletzte, die in Blutlachen auf dem Boden lagen. Nach Angaben des irakischen Innenministeriums wurden zudem 60 Menschen bei dem Anschlag verletzt. Überlebende schrien wuterfüllt in die Kameras und machten die US-geführten Streitkräfte für den Angriff verantwortlich. Der Gouverneur von Nadschaf, Adnan al-Suhfa erklärte, weder das US-Militär noch irakische Sicherheitskräfte hätten den Angriff verübt. Er verdächtigte die Al-Kaida-Organsiation des Moslem-Extremisten Osama bin Laden.

Bei einem weiteren Angriff in der Stadt wurden 20 Anhänger Al-Sistanis getötet. Ein Fotograf sagte, er habe 20 Leichen gezählt, die unter Decken gelegen hätten. Wer geschossen hatte, war zunächst unklar. Die Menschen waren mit Bildern von Al-Sistani ebenfalls in das nahe gelegene Nadschaf unterwegs gewesen. Bei einem dritten Angriff auf einer Straße zwischen Kufa und Nadschaf wurden zahlreiche Al-Sadr-Anhänger verletzt. Dort bot sich ein ähnliches Bild wie vor der Moschee. Augenzeugen berichteten von zahlreichen Verletzten, die auf der Straße lagen. Auch hier war unklar, wer den Anschlag verübte. Kufa gilt als Hochburg der Al-Sadr-Rebellen und liegt in der Nähe von Nadschaf.

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