Mindestens 60 Tote bei Kämpfen in Monrovia
USA schicken 4500 Soldaten in Richtung Liberia

Die USA verlegen nach dem Artillerieanriff auf die US-Botschaft in der liberianischen Hauptstadt Monrovia 4 500 Soldaten näher an das westafrikanische Unruheland heran. Wie das Pentagon am Montag bestätigte, werden die Soldaten vom Horn von Afrika mit mehreren Schiffen in das Mittelmeer verlegt, von wo aus sie schneller Liberia erreichen könnten.

HB/dpa MONROVIA. Die Verlegung stelle noch keine Entscheidung über eine mögliche US-Beteiligung an einer internationalen Friedenstruppe dar, betonte ein Pentagonsprecher.

Bisher lehnt Präsident George W. Bush die Entsendung amerikanischer Friedenstruppen nach Liberia ab. Er verlangt zunächst den Rücktritt und die Ausreise von Liberias Präsident Charles Taylor, dessen Armee gegen die vorrückenden Rebellen kämpft. Bei heftigen Kämpfen in Monrovia waren am Montag 60 Menschen getötet worden. Zahlreiche Artilleriegeschosse explodierten am Nachmittag im Stadtzentrum, zwei davon nahe der US-Botschaft. Dabei seien drei Menschen verletzt worden, meldete der US-Fernsehsender CNN unter Berufung auf das Pentagon.

Die Rebellenbewegung „Liberianer vereint für Versöhnung und Demokratie“ (LURD) versucht mit ihrer dritten Offensive seit zwei Monaten Präsident Charles Taylor zu stürzen. Erst im Juni war ein Waffenstillstand vereinbart worden. Davor waren bei einem Vorstoß der Rebellen auf Monrovia nach Schätzungen 500 Menschen getötet worden. Die neue LURD-Offensive hatte am Freitag begonnen. Tausende Zivilisten waren am Wochenende vor den erbitterten Kämpfen geflüchtet.

Uno-Generalsekretär Kofi Annan forderte in New York „höchste Aufmerksamkeit“ für die Entwicklung in Liberia. „Ich meine wirklich, dass die Situation dort zu retten ist, wenn nur umgehend (internationale) Truppen stationiert werden“, sagte Annan. Die westafrikanische Staatengemeinschaft ECOWAS hat die Entsendung von bis zu 1 500 Soldaten zugesagt.

Aus den Vororten Monrovias wurden erneut Zusammenstöße zwischen Regierungssoldaten und LURD-Rebellen gemeldet. Den Streitkräften von Präsident Taylor gelang es, zwei wichtige Brücken auf dem Weg in die Stadtmitte zurückzuerobern. Die heftigsten Kämpfe fanden im Hafengebiet statt. Augenzeugen beschuldigten die Regierungstruppen, private Häuser zu plündern und Frauen zu vergewaltigen.

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