Mindestens neun Tote
Anschlagsserie im Irak reißt nicht ab

Bei der Explosion von zwei Autobomben im Raum Bagdad sind am Dienstagmorgen mindestens neun Menschen getötet worden. Unterdessen haben die USA damit begonnen, ihr Truppenkontingent im Irak zu erhöhen, um die Sicherheit vor den für Januar geplanten Wahlen zu verstärken.

HB BAGDAD. Bei einem Bombenanschlag vor dem irakischen Bildungsministerium in Bagdad sind am Dienstag Augenzeugen zufolge mindestens fünf Menschen getötet worden.

Ein Angestellter des Ministeriums sprach von 20 Toten oder Verletzten. Ein Arzt eines nahe gelegenen Krankenhauses berichtete, vier Leichen und sieben oder acht Verletzte seien eingeliefert worden, darunter auch ein Kind. Wer hinter dem Anschlag steht, war zunächst nicht bekannt.

Bei der Bombe handelte es sich vermutlich um einen Sprengsatz, der in einem Auto explodierte, das in einer Seitenstraße beim Ministerium abgestellt war. Die Bombe beschädigte das Gebäude schwer und riss einen tiefen Krater in den Asphalt. Rauch stand über dem hauptsächlich von Sunniten bewohnten Viertel im Zentrum der Hauptstadt. Vor dem Gebäude lag die verbrannte Leiche eines älteren Mannes. Irakische und US-Soldaten eilten zum Anschlagsort, während US-Militärhubschrauber über dem Viertel kreisten.

Zuvor war eine Autobombe in der westlichen Vorstadt Abu Ghoreib explodiert. Der Sprengsatz, der offensichtlich einer Patrouille der irakischen Nationalgarde galt, tötete nach Informationen des Senders vier Zivilisten. Zwölf weitere Menschen seien verletzt worden, hieß es.

Rebellen haben nach Angaben der Polizei einen US-Soldaten entführt. Der Soldat sei in der Nacht auf Dienstag in der Stadt Samarra verschleppt worden, sagte ein Sprecher der irakischen Polizei. Das US-Militär habe daraufhin die Polizei alarmiert und gebeten, nach dem Soldaten zu suchen. Ein Sprecher des US-Militärs erklärte hingegen, ihm lägen keine Informationen über den Vorfall vor. In einer gemeinsamen Offensive gegen Rebellen hatten irakische Einheiten und US-Soldaten die etwa 100 Kilometer nördlich von Bagdad gelegene Stadt Anfang Oktober gestürmt.

Die USA haben damit begonnen, ihr Truppenkontingent dort zu erhöhen, um die Sicherheit vor den für Januar geplanten Wahlen im Irak zu verstärken. Wie ein Sprecher des US-Militärs in Bagdad mitteilte, werden in den nächsten Tagen 4 000 weitere Soldaten im Zweistromland eintreffen. Damit erhöht sich die Zahl der im Irak stationierten US-Soldaten auf insgesamt 138 000. Zusammen mit irakischen Sicherheitskräften sollen sie dort für einen reibungslosen Ablauf der ersten freien Parlaments- und Regionalwahlen sorgen.

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