Mindestens neun Verletzte bei Anschlägen auf Hotels
Eta bombt in Touristengebieten

Bei zwei Bombenanschlägen in den spanischen Touristenorten Alicante und Benidorm an der Costa Blanca sind am Dienstag mindestens neun Menschen verletzt worden - darunter auch ein deutscher Tourist. Wie der spanische Rundfunk meldete, trugen die Taten die Handschrift der baskischen Separatistenorganisation Eta.

Reuters MADRID. Nach Polizeiangaben hatte die Extremisten-Gruppe zuvor einer nationalistischen baskischen Zeitung eine Warnung zukommen lassen, wonach sie zwei Bomben in Hotels in Alicante und dem nahe gelegenen Touristenort Benidorm gelegt habe. Beide Städte sind auch bei deutschen Touristen sehr beliebt. Die Eta hat in den vergangenen Jahren neben Anschlägen im Baskenland zunehmend auch spanische Touristenorte ins Visier genommen. Die Anschläge an der Costa Blanca nähren deshalb Befürchtungen, dass in der Sommersaison weitere Anschläge an Touristenorten folgen könnten.

Bei dem Bombenanschlag auf ein Urlauber- Hotel in Alicante an der spanischen Costa Blanca ist am Dienstag auch ein 24-jähriger Deutscher leicht verletzt worden. Das bestätigte das Auswärtige Amt (AA) in Berlin. Bei zwei Attentaten in Alicante und Benidorm waren mindestens neun Menschen verletzt worden.

Das Ministerium hatte erst am Montag die Reisehinweise für Spanien verschärft und darauf hingewiesen, dass die baskische Untergrund- Organisation Eta ihre Attentats-Drohungen „erst jüngst wiederholt“ habe. „Die baskische Terrororganisation Eta richtet ihre Aktivitäten in Spanien unter anderem gegen Einrichtungen der Tourismusindustrie“, heißt es in dem Sicherheitshinweis. Trotz der großen Anstrengungen der spanischen Sicherheitskräfte könnten weitere Eta-Anschläge, „die auch darauf gerichtet sind, den Tourismus zu treffen, sowie die Gefährdung von Personen, nicht ausgeschlossen werden“, schreibt das Auswärtige Amt.

Die Bomben sollten der Warnung zufolge um 12.30 hoch gehen. Wie eine Sprecherin des Bürgermeisters von Benidorm sagte, wurde die Bombe in Benidorm jedoch rund 20 Minuten früher gezündet.

„Es sieht so aus, als seien im Hotel Bahia (in Alicante) vier Menschen verletzt worden“, sagte ein Regierungsvertreter. Die Opfer befänden sich aber nicht in einem ernsten Zustand, da das Hotel angesichts der Warnung vor dem Anschlag evakuiert worden sei. In Benidorm seien offenbar vier Polizisten leicht verletzt worden, sagte er.

Die ETA führt seit Jahren einen Untergrundkrieg für ein autonomes Baskenland im Norden Spaniens und Südwesten Frankreichs. Zuletzt hatte die Polizei Mitte des Monats eine Bombe in einem Hotel in Pamplona entschärft, die offenbar ebenfalls von der ETA gelegt worden war. Bei Bombenanschlägen und Schießereien der ETA wurden seit 1968 rund 841 Menschen getötet.

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