Mindestens sieben Tote
Tote bei Wahlen auf den Philippinen

Auf den Philippinen wurde die Wahl eines neuen Parlaments wie schon der gesamte Wahlkampf von Gewalt überschattet. Das Oberste Gericht prüft derweil Beschwerden über Unregelmäßigkeiten beim Urnengang.

HB MANILA. Bei mehreren Zwischenfällen wurden am Montag mindestens sieben Menschen getötet. Damit erhöhte sich die Zahl der Toten seit Beginn des Wahlkampfes im Januar nach amtlichen Angaben auf 120. Zu bestimmen waren zwölf der insgesamt 24 Senatoren, alle 236 Abgeordneten der ersten Parlamentskammer sowie fast 17 500 Gouverneure, Bürgermeister und Kommunalvertreter.

Die Wahllokale schlossen um 15.00 Uhr (09.00 Uhr MESZ). Da die Stimmen per Hand ausgezählt werden, wird mit ersten offiziellen Ergebnissen erst in einigen Tagen gerechnet. Die Behörden sagten eine Wahlbeteiligung von etwa 75 Prozent der 45 Mill. registrierten Wähler voraus.

Es gab mehrere Beschwerden über Unregelmäßigkeiten. Der Oberste Gerichtshof richtete 111 Sondertribunale ein, die den Beschwerden nachgehen sollen. Einige Stimmberechtigte in der Hauptstadt Manila konnten ihre Namen in den Wählerlisten nicht finden. In der südlichen Provinz Maguindanao stahlen Bewaffnete vier Wahlurnen. In der nahe gelegenen Provinz Shariff Kabunsuan gingen zwei Sprengsätze nahe einer Schule hoch, die als Wahllokal diente. Zu Schaden kam niemand. Bei sechs anderen Zwischenfällen in verschiedenen Landesteilen wurden jedoch mindestens sieben Menschen getötet, darunter mehrere Wähler.

Mehr Stabilität im Lande wurde vom Ausgang der Wahl kaum erwartet. Es wurde damit gerechnet, dass die Anhänger von Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo die Mehrheit im Unterhaus behalten dürften. Dies würde die Einleitung eines Amtsenthebungsverfahrens gegen die Staatschefin verhindern. Ihre Gegner werfen ihr Betrug bei der Präsidentenwahl im Jahre 2004 vor. Arroyos Amtszeit läuft noch bis 2010, eine Wiederwahl ist laut der Verfassung nicht möglich.

Bei der Besetzung der zwölf vakanten Senatorenposten wurde mit einem Sieg der Opposition gerechnet. Als einer der Favoriten galt der Offizier Gregory Honasan, der sich zurzeit nur gegen Kaution auf freiem Fuß befindet. Er muss sich wegen möglicher Verwicklung in mehrere Putschversuche verantworten.

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