Mindestens zehn Tote bei Angriff auf Demonstranten
Annan verlangt von Israel ein Ende der Gewalt in Gaza

Mindestens Menschen wurden in Rafah im Gaza-Streifen getötet als das israelische Militär auf demonstrierende Palästinensern feuerte. Ein Krankenhaussprecher erklärte, dutzende Menschen seien bei dem Angriff zum Teil schwer verletzt worden. Unter den Toten befänden sich viele Kinder.

UN-Generalsekretär Kofi Annan verlangte von Israel, die „unangemessene und wahllose Anwendung von Gewalt“ einzustellen. Als Besatzungsmacht sei Israel auch verpflichtet, die (palästinensische) Zivilbevölkerung zu schützen. Auch die irische EU-Ratspräsidentschaft verurteilte die Angriffe ungewöhnlich scharf. Die israelischen Truppen hätten Menschenleben rücksichtlos missachtet, hieß es in einer von Außenminister Brian Cowen im Namen der EU veröffentlichten Erklärung. US-Präsident George W. Bush erklärte, beide Nahost- Konfliktparteien müssten das Leben Unschuldiger respektieren.

Tausende von Demonstranten waren im Zentrum von Rafah zu Protesten gegen die israelische Militäraktion im örtlichen Flüchtlingslager unterwegs. Nach Augenzeugenberichten schoss plötzlich ein Hubschrauber mehrere Raketen in die Menge. Die Armee habe auch von Panzern aus auf die Demonstranten gefeuert, hieß es. Augenzeugen berichteten von dramatischen Szenen im örtlichen Krankenhaus, das für schwierige Notfälle nicht ausgerüstet ist. Im Gazastreifen wurden eine dreitägige Trauer und ein Generalstreik ausgerufen.

Der israelische Verteidigungsminister Schaul Mofas bedauerte den Tod von palästinensischen Zivilisten, kündigte jedoch zugleich an, die Offensive im Gazastreifen werde fortgesetzt, solange es nötig sei. Nach Darstellung der Armee waren unter den Demonstranten auch maskierte und bewaffnete Extremisten. Um die Menge aufzuhalten, hätten Hubschrauber einige Leuchtkörper und eine einzige Rakete im freien Gelände abgefeuert. Der israelische Generalstabschef Mosche Jaalon gab zu, dass anschließend vier Granaten, die von einem Panzer aus auf ein nahe gelegenes Gebäude abgefeuert worden seien, die Demonstranten getroffen hätten.

Die irische EU-Ratspräsidentschaft erklärte, die Aktion habe in „völligem Missverhältnis“ zu der möglichen Bedrohung gestanden. Das israelische Volk und seine Regierung sollten die Folgen ihrer Handlungen für die eigene langfristige Sicherheit und die Beziehungen mit der internationalen Staatengemeinschaft bedenken, forderte Cowen. Er erinnerte daran, dass die Genfer Konvention zum Schutz von Zivilpersonen in Kriegszeiten auch für den Gazastreifen gelte. „Das Töten von Kindern dient keinem legitimen Zweck. Es würdigt das Anliegen herab, das es zu fördern vorgibt“, hieß es in der Erklärung.

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