Mindestens zehn Tote
Wieder Selbstmordanschlag in Irak

In Bagdad hat ein Selbstmordattentäter am Donnerstag erneut zahlreiche Todesopfer gefordert. Nach Polizeiangaben kamen mindestens zehn Menschen ums Leben, acht weitere Menschen seien verletzt worden.

HB BAGDAD. Der Täter habe mit seinem Auto einen Bus auf einem Parkplatz gerammt und dabei die Bombe gezündet, sagte ein Polizeisprecher. In Polizeikreisen hieß, bei den Opfern handle es sich vermutlich um Mitarbeiter des nahe gelegenen Ölministeriums oder einer benachbarten Polizeischule. Anfang der Woche hatte der irakische Ölminister einen Bombenanschlag auf sein Auto überlebt. Nahe der Stadt Kirkuk im Norden des Landes erschossen Rebellen am Donnerstag zudem fünf Sicherheitskräfte, die für das Ölministerium arbeiten.

Die Aufständischen im Irak haben angekündigt, im moslemischen Fastenmonat Ramadan ihren Kampf gegen die Regierung und die US-Truppen im Land zu verstärken. Sie wollen damit auch das Verfassungsreferendum verhindern, das für Mitte Oktober geplant ist. Am Vorabend waren zu Beginn des Ramadan bei einem Selbstmordanschlag vor einer schiitischen Moschee in Hilla südlich von Bagdad mindestens 25 Menschen getötet worden.

Im Irak sind unterdessen mehrere Mitarbeiter des Innenministeriums festgenommen worden, die Terrorgruppen bei der Planung von Anschlägen auf die Sicherheitskräfte geholfen haben sollen. Das berichtete die irakische Zeitung „Al-Sabah“ am Donnerstag unter Berufung auf den stellvertretenden Innenminister Adnan Al- Asadi. Zur Zahl und zum Dienstgrad der Beamten machte er keine Angaben. Al-Asadi erklärte, sie hätten Terroristen Informationen darüber geliefert, wann und wo sich mehrere Polizisten gleichzeitig aufhalten und wo sich die Freiwilligen für den Dienst in Polizei und Armee versammeln.

Ein mögliches Todesurteil gegen den früheren Machthaber Saddam Hussein will der irakische Präsident Dschalal Talabani zudem nicht selbst unterzeichnen. „Ich bin gegen diese Art der Strafe“, sagte Talabani am Donnerstag in einem Interview mit dem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender CT in Tschechien. Möglicherweise könne an seiner Stelle ein anderer Amtsträger ein solches Urteil unterzeichnen. Der Prozess gegen Saddam wegen eines Massakers in der irakischen Kleinstadt Dedscheel 1982 soll am 19. Oktober beginnen.

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