Mindestens zwei Tote und zehn Verletzte
Erneut Anschlag auf UN-Sitz in Bagdad

Ein Selbsmordattentäter hat beim Versuch, das UN-Hauptquartier in Bagdad in die Luft zu sprengen, einen irakischen Wachmann mit in den Tod gerissen. Agenturen sprechen von bis zu 17 Verletzten.

HB BAGDAD. Einen Monat nach dem Anschlag auf das Uno-Hauptquartier in Bagdad ist das Gebäude am Montag offenbar erneut Ziel eines Bombenanschlags gewesen. Ein Selbstmordattentäter sprengte sich auf dem Parkplatz vor dem Gebäude in die Luft, tötete dabei einen Wachmann und verletzte mindestens 17 Menschen.

Bei dem Toten handele es sich um einen irakischen Polizisten, der den Attentäter habe aufhalten wollen, sagte ein Sprecher der US-Armee der Nachrichtenagentur Reuters. Bei dem Anschlag im August waren 22 Menschen getötet worden, darunter der Uno-Sonderbeauftragte für den Irak, Sergio Vieira de Mello. Am Wochenende war ein Anschlag auf die irakische Delegation verübt worden, die das Land bei der Vollversammlung der Vereinten Nationen (Uno) in New York vertreten sollte. Dort wird auch über den Wiederaufbau des Iraks diskutiert, der durch die mangelhafte Sicherheitslage im Land stark beeinträchtigt wird.

„Das war eine Selbstmordbombe“, sagte der Sprecher der US-Armee am Anschlagsort. Der Attentäter sei mit seinem Auto auf einen Parkplatz in der Nähe des Uno-Quartiers gefahren und von dem Polizisten gestoppt worden, bevor er die zentrale Sicherheitskontrolle des Parkplatzes erreicht habe. „Der Fahrer und der Polizist redeten miteinander und die Bombe explodierte in dem Auto“, sagte der Armeesprecher. Von der Wucht der Explosion seien mindestens sechs Autos zerstört worden.

Der Anschlag habe sich nur 250 Meter von dem Uno-Gebäude entfernt ereignet, sagte der US-Militärsprecher. „Er (der Attentäter) änderte sein Ziel. Er wollte in das Uno-Hauptquartier gelangen und änderte sein Ziel“, sagte der Sprecher. Der Parkplatz, auf den der Täter fahren wollte, wurde nach US-Militärangaben vorwiegend von irakischen Sicherheitskräften benutzt.

Eine 36-jährige irakische Hausfrau, die 300 Meter vom Tatort entfernt wohnt, zeigte sich schockiert, dass die Vereinten Nationen zum zweiten Mal Ziel eines Anschlags gewesen seien. „Ich hatte nicht gedacht, dass es noch einen weiteren Anschlag auf die Uno geben wird. Es hat mich geschockt und überrascht“, sagte sie.

Die USA machen Anhänger des entmachteten irakischen Präsidenten Saddam Hussein oder Verbündete der radikal-islamischen Gruppe El Kaida für den Anschlag auf das Uno-Hauptquartier im August verantwortlich. Die steigende Zahl der Todesopfer im Irak erhöht den Druck auf US-Präsident George W. Bush, der bislang eine stärkere Rolle der Uno beim Wiederaufbau ablehnt. Im Entwurf für eine neue Uno-Resolution zur militärischen und zivilen Kontrolle des Iraks legen die USA keinen Zeitplan für ein Ende ihrer Besatzung fest.

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