Minister benannt
Tote und Verletzte bei Plünderungen in kirgisischer Hauptstadt Bischkek

In der zweiten Nacht in Folge haben tausende Menschen in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek versucht, in Geschäfte und Banken einzudringen. Es kam zu schweren Zusammenstößen mit der Polizei.

HB BERLIN. Auch in der Nacht zu Samstag hat es in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek wieder Krawalle gegeben. Tausende Menschen, die meisten von ihnen Jugendliche, versuchten in der Nacht zu Samstag Geschäfte und Banken zu stürmen.

Ein Sprecher der kirgisischen Jugendbewegung sagte, bei Zusammenstößen mit der Polizei seien drei Plünderer getötet worden. Seine Gruppe habe Polizisten dabei geholfen, die Ordnung wieder herzustellen. Ein Korrespondent des staatlichen Fernsehens berichtete sogar von sechs Toten und 60 Verletzten.

Die Polizei hatte zuvor von einem getöteten Randalierer gesprochen und etwa 20 Verletzte gesprochen. Nach Mitternacht habe sich die Lage beruhigt, sagte ein Polizeisprecher der russischen Nachrichtenagentur Interfax. Nach Medienberichten versuchten viele freiwillige Helfer, Plünderungen zu verhindern.

Der neue Übergangsregierungschef Kurmanbek Bakijew, der laut Verfassung auch provisorisch das Amt des Staatspräsidenten bekleidet, stellte eine Koalitionsregierung aus bisherigen Oppositionsmitgliedern vor. Als Innenminister wurde Ex- Generalstaatsanwalt Maktebek Abdyldajew vorgeschlagen. Die ehemalige Außenministerin Rosa Otunbajewa soll ihr Amt behalten. Oberstes Ziel sei nun die Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung, sagten Mitglieder der neuen Führung.

Der ehemalige Geheimdienstchef Felix Kulow, der am Donnerstag nach vier Jahren aus dem Gefängnis freigelassen worden war, wird in der Regierungsliste nicht aufgeführt. Er gilt aber als einflussreich. Kulow warnte, weitere Plünderungen würden nicht hingenommen.

Der gestürzte Präsident Askar Akajew, der nach Kasachstan geflohen war, hat das Land nach Medienberichten inzwischen mit unbekanntem Ziel verlassen. Am Freitag hatte eine kirgisische Nachrichtenagentur eine E-Mail Akajews veröffentlicht, in der dieser erklärte, nach wie vor im Amt zu sein. Er kündigte seine baldige Rückkehr nach Kirgisien an.

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