Ministergespräche gescheitert
Südkorea setzt Lebensmittelspenden für Nordkorea aus

Südkorea hat die Lebensmittelhilfen für die hungernde Bevölkerung im kommunistischen Norden ausgesetzt. Die Entscheidung kam, nachdem die ersten Ministergespräche zwischen Nord- und Südkorea nach dem umstrittenen Raketentests gescheitert waren.

HB PUSAN. Wir geben Euch Lebensmittelhilfe und Ihr legt Euer Atomprogramm auf Eis. So etwa lautete bisher der unausgesprochene Deal zwischen Südkorea und den USA einerseits und Nordkorea andererseits. So kam es, dass das totalitäre System des nordkoreanischen Führers Kim Jong Il nicht zuletzt deshalb überleben konnte, weil die Leiden der hungernden nordkoreanischen Bevölkerung durch die Arbeit von internationalen Hilfsorganisationen und durch koreanische Lebensmittelhilfen gelindert wurden. Doch nachdem Nordkorea sich nun in den Ministergesprächen mit dem Süden in der Atom- und Raketenfrage uneinsichtig gezeigt hatte, setzte zumindest Südkorea konsequent auch die Lebensmittelhilfen für den verarmten Norden aus.

Die ersten Ministergespräche der beiden koreanischen Staaten seit den umstrittenen Raketentests waren am Donnerstag gescheitert. Nordkorea beharrte nach südkoreanischen Angaben darauf, dass es das Recht habe, Raketen zu besitzen und zu erproben. Die nordkoreanische Delegation machte in scharfen Worten den Süden für den Kollaps des turnusgemäßen Treffens verantwortlich. Dafür werde Südkorea einen Preis zu zahlen haben.

Der Abbruch des Treffens im der südkoreanischen Stadt Pusan ist der jüngste Rückschlag in Gesprächen, mit denen verschiedene Seiten einen Ausweg aus der Krise suchen. Bisher waren alle Versuche erfolglos, Nordkorea zur Wiederaufnahme der 2005 abgebrochenen Sechs-Parteien-Gespräche über seine Atompolitik zu bewegen. An den Verhandlungen sind neben den beiden koreanischen Staaten China, Russland, Japan und die USA beteiligt.

Südkorea machte die Rückkehr des Nordens zu den Gesprächen zur Bedingung dafür, seine Hilfslieferungen wieder aufzunehmen. Der Süden ist eine Hauptquelle für Hilfslieferungen an den kommunistischen Norden Koreas.

Ein Sprecher des japanischen Außenministeriums bestritt am Donnerstag einen Wandel in der harten Haltung seines Landes, das eine Sanktionen gegen Nordkorea mittels einer UN-Resolution anstrebt. Er lobte zwar das Entgegenkommen der Veto-Mächte Russland und China, die im UN-Sicherheitsrat nun eine bindende Resolution statt wie bisher eine unverbindliche Erklärung erreichen wollen. Die japanische Position habe sich jedoch nicht verändert.

Die jüngsten nordkoreanischen Raketentests vergangene Woche hatten die Spannungen in der Region verstärkt. Das weltweit isolierte Land wies nach US-Darstellung sogar Vermittlungsbemühungen seines engsten Verbündeten China zurück.

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