Ministerpräsident in jüngsten Umfragen im Aufwind
Balkenende – Ein Zauberlehrling kommt in die Jahre

Den Vergleich mit dem Zauberlehrling Harry Potter hat er Jan Peter Balkenende selbst ins Spiel gebracht. Mehr als eine flüchtige optische Ähnlichkeit steckt kaum mehr dahinter. Denn nach vier Jahren an der Regierungsspitze wirkt der Christdemokrat mit der dunklen Ponyfrisur und der Nickelbrille vor allem eines: staatsmännisch.

DÜSSELDORF. Nach dem harten Sparkurs der vergangenen Jahre, in dem Jan Peter Balkenende und sein liberaler Finanzminister Gerrit Zalm die Staatfinanzen trotz Wirtschaftskrise wieder ins Lot brachte, verspricht der Regierungschef den Niederländern jetzt „Ruhe und Sicherheit“.

Für Ruhe hat der ehemalige Wirtschaftsprofessor schon einmal gesorgt, und zwar in seiner Partei. Sein Amtsantritt als Parrteichef beendete im Oktober 2002 eine jahrelange Führungskrise der konservativen CDA.

Anfang 2003 eroberten die Christdemokraten erstmals seit Jahrzehnten die meisten Sitze im niederländischen Parlament. Die Regierungskoalition mit der wirtschaftsliberalen Volkspartei VVD und der vor allem bei linksliberalen Intellektuellen populären Splitterpartei D66 erwies sich nicht immer als einfach. Als Balkenende in diesem Sommer das Ende der Koalition bekanntgab, zollten die Umfrageergebnisse dem öffentlich ausgetragenen Dauerstreit Tribut. Bis zu neun von bislang 44 Sitzen schienen verloren.

In den vergangenen Wochen hat die Stimmung jedoch gedreht, was Wahlforscher vor allem mit dem Konjunkturaufschwung erklären. In jüngsten Prognosen gewinnt Balkenendes Partei wieder an Boden. Ob er sich nach einem Wahlerfolg aufs Neue mit dem bisherigen Koalitionspartner VVD zusammentun oder aber mit der sozialliberalen PvdA arrangieren wird, dürfte vor allem von den Mehrheitsverhältnissen abhängen.

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