Ministerpräsident Singh fordert Konfliktparteien zum Dialog auf
Indien zieht 1000 Soldaten aus Kaschmir ab

Indien hat am Mittwoch mit dem Rückzug von 1000 Soldaten aus der Unruheregion Kaschmir begonnen.

HB SRINAGAR. Gleichzeitig rief der indische Ministerpräsident Manmohan Singh bei seinem ersten Besuch in Kaschmir zu einer friedlichen Lösung des Konfliktes auf, in dem seit 1989 mehr als 40 000 Menschen ums Leben kamen. Nur wenige Stunden vor Singhs Ankunft waren bei einer Schießerei nur 200 Meter von einem Cricket-Stadion entfernt, in dem der Ministerpräsident später sprach, zwei mutmaßliche Moslem-Extremisten getötet worden. Ein Zivilist und zwei Soldaten wurden laut Polizei verletzt.

Unklar war, wie viele der etwa 240 000 in Kaschmir stationierten indischen Soldaten die Konfliktregion verlassen sollen. Augenzeugen berichteten nach Angaben des britischen Senders BBC, am Mittwoch seien etwa 1000 Soldaten aus der südlich gelegenen Stadt Anantang abmarschiert. Zuvor hatte der Fernsehsender New Delhi Television berichtet, es sei der Abzug von insgesamt 2000 Soldaten geplant.

Singh forderte während einer Kundgebung vor 15 000 seiner Anhänger in Srinagar, der Hauptstadt des indischen Bundesstaates Jammu und Kaschmir: „Lasst uns ein neues Kaschmir aufbauen“. Er betonte, Indien sei zum Dialog mit Pakistan bereit. Einzige Bedingung sei, dass Pakistan Terroristen kein Rückzugsgebiet biete. Indien beschuldigt Pakistan den „grenzüberschreitenden Terrorismus“ zu unterstützen. Indien und Pakistan haben zwei Kriege um das Gebiet geführt, das bis zur Unabhängigkeit Pakistans 1947 geteilt worden war. Im Dezember sind Gespräche zwischen beiden Staaten zur Lösung des Konflikts geplant.

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