Minutenlanger Jubel auf dem Parteitag
Edwards verspricht Sieg im Irak

Der Kandidat der Demokratischen Partei in den USA für das Amt des Vizepräsidenten, Senator John Edwards, hat die Bürger der USA zum Kurswechsel aufgerufen.

HB BOSTON. Die Delegierten auf dem Parteitag in Boston dankten es ihm mit minutenlangem Jubel. Edwards präsentierte sich als Sachwalter der einfachen Leute, er pries den Präsidentschaftskandidaten John Kerry als „starken und entschlossenen“ Führer, der eine „optimistische Vision“ für ein gerechteres, geachtetes Amerika habe.

John Edwards, pries Kerry als „starken, entschlossenen Führer“, der als Präsident Amerika wieder einigen und „die Welt auf unsere Seite bringen“ werde. Edwards versicherte, dass die USA unter einer demokratischen Präsidentschaft den Krieg im Irak siegreich beenden und für den Befriedungsprozess die NATO stärker einbinden werden.

Edwards versprach in seiner viel umjubelten Rede in der Sportarena Bostons einen verschärften Kampf gegen den Terrorismus, gegen die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen und besseren Schutz der USA vor Anschlägen. Mit einem Präsidenten John Kerry, „können wir die NATO dazu bringen, uns zu helfen, den Irak sicher zu machen“, sagte Edwards. „Wir können gewährleisten, dass die Nachbarn des Iraks wie Syrien und Iran einem demokratischen Irak nicht im Wege stehen.

Präsident Bush sei für eine „alte, hasserfüllte und negative Politik“ verantwortlich, die das Land in „zwei Amerikas“, das der Reichen und das der anderen gespalten habe. Kerry habe eine „positive, optimistische Vision“ für die USA. Den Millionen ohne Krankenversicherung, ohne Arbeit, den 36 Millionen Armen in den USA müsse geholfen werden.

Edwards reagierte mit seiner Rede, die sich besonders Fragen der nationalen Sicherheit und Terrorismusbekämpfung widmete, auch auf Umfrageergebnisse, denen zufolge eine Mehrheit der Amerikaner auf diesen Feldern Präsident Bush mehr Vertrauen als Kerry schenkt. Der Senator aus North Carolina kündigte eine Verstärkung der US-Truppen und die Modernisierung der Waffensysteme an.

Die Bush-Regierung habe es fast drei Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001 noch immer nicht geschafft, die dringend notwendige Reform der US-Geheimdienste zu beginnen. An die Terrororganisation El Kaida richtete Edwards die „unmissverständliche Botschaft“: „Ihr könnt nicht entkommen. Ihr könnt euch nicht verstecken. Und wir werden euch zerstören.“

Am Mittwoch, dem dritten Tag des Wahlparteitags, hatten sich die Parteilinken, Dennis Kucinich und Al Sharpton, leidenschaftlich für Kerry eingesetzt. Der Kongressabgeordnete Kucinich, der noch bis vor kurzem - aussichtsloser - Mitbewerber um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten war, bezichtigte Bush der Panikmache. Er habe das Land mit dem Irak-Krieg irregeführt. Die wahren Massenvernichtungswaffen seien Armut, Arbeitslosigkeit und Rassismus im eigenen Land.

In den USA seien sowohl Freiheit als auch die Sicherheit der Bürger in Gefahr, sagte der schwarze Prediger Sharpton, der ebenfalls mit Kerry um die Kandidatur konkurriert hatte. Die einzige Chance für das freie Amerika sei nun die Wahl Kerrys. „Es geht hier nicht nur um einen Wahlsieg, sondern um den Schutz der Werte, auf denen unsere Nation gegründet ist.“

Kerry war am Mittwochnachmittag mit dem Schiff kommend in Boston eingetroffen. Er besuchte allerdings gemäß der Dramaturgie solcher Parteitage noch nicht die Versammlung.

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