Mission Atalanta
EU weitet Anti-Piraten-Einsatz aus

Die EU hat eine Ausweitung des Marineeinsatzes gegen die Piraterie vor der Küste Somalias beschlossen. Die Mission "Atalanta" wird demnach um ein Jahr bis Ende 2010 verlängert. Zudem legten die EU-Außenminister am Montag in Luxemburg fest, das Einsatzgebiet weit auszudehnen.

HB LUXEMBURG. Vergangene Woche hatte die Nato erst beschlossen, ihren seit Ende März laufenden Einsatz gegen die Piraten ab 1. Juli um ein Jahr zu verlängern. An der Nato-Operation "Ocean Shield" beteiligen sich sechs Staaten mit Kriegsschiffen unter britischem Kommando.

In dem Seegebiet werden immer wieder Schiffe von Piraten gekapert, um Lösegeld zu erpressen. Seit die EU-Länder und andere Staaten im Golf von Aden und vor der Küste Somalias patrouillieren, haben die Piraten ihre Angriffe weiter hinaus in den Indischen Ozean verlagert. Nach der Ausweitung wird der europäische Marineverband eine Zone von fünf Mio. statt bisher 3,5 Mio. Quadratkilometern See überwachen.

Die EU hat derzeit 13 Schiffe im Einsatz, um Frachter zu schützen. Nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums kreuzen zur Abschreckung der Seeräuber insgesamt 40 Militärschiffe in dem Gebiet. Auf diese Weise soll humanitäre Hilfe des UN-Welternährungsprogramms bei der Bevölkerung Somalias ankommen. Zudem zielt der Einsatz auf die Sicherung der wichtigen Seehandelsroute ab. Derzeit sind rund 650 deutsche Soldaten mit zwei Fregatten, einem Versorger und einem Aufklärungsflugzeug beteiligt. Der Bundestag soll am 19. Juni über eine Änderung ihres Mandats entscheiden.

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