Misstrauen gegenüber Kreml
Litauen erwägt Waffenlieferungen an die Ukraine

Die baltischen Staaten fühlen sich durch das Vorgehen Russlands bedroht. Nun verschärft Litauen sein Auftreten gegenüber dem Kreml. Das Land denk auch über eine Waffenlieferung an die Ukraine nach.
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VilniusLitauen könnte im Rahmen seiner militärischen Hilfe für die Ukraine auch Waffen liefern. „Alles sollte auf den Tisch“, sagte der litauische Verteidigungsminister Juozas Olekas der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch auf die Frage, ob das baltische Land der Ukraine im Kampf gegen die prorussischen Separatisten auch Waffen liefern könnte. Die Ukraine werde prüfen, was sie brauche. Litauen wiederum werde prüfen, was es liefern könne. „Und dann werden wir entscheiden, was wir tun können und wie wir helfen können.“

Anfang der Woche hatte die litauische Präsidentin Dali Grybauskaite bei einem Besuch in Kiew Lieferungen von Rüstungsgütern zugesagt. Dabei blieb allerdings offen, ob Litauen nur Ausrüstungsgüter liefern wird, die keine tödliche Wirkung haben, oder auch Waffen dazu gehören.

Mit seinen Aussagen verschärft Olekas das Auftreten seines Landes gegenüber Russland. Die baltischen Staaten, die nach dem Zerfall der Sowjetunion unabhängig wurden und inzwischen der Nato angehören, fühlen sich durch das Vorgehen Russlands in der Ukraine-Krise bedroht. Die ukrainischen Streitkräfte kämpfen im Osten des Landes gegen prorussische Rebellen, die dort Volksrepubliken ausgerufen haben. Ungeachtet einer im September vereinbarten Waffenruhe dauern die Kämpfe an.

Der Westen wirft Russland schon länger vor, die Separatisten mit Waffen und Soldaten zu unterstützen, was Moskau zurückweist. Erst am Dienstag sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Kiew, Russland habe erneut Armeekonvois zu den Separatisten geschickt. Nato-Oberkommandeur Philip Breedlove zufolge sind russische Truppen das Rückgrat der Rebellen. Sie bildeten die Separatisten aus und statteten sie aus, sagte er nach einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko am Mittwoch. Die USA seien auch über die Militarisierung der Krim besorgt, sagte der amerikanische General.

Die Nato-Führungsmacht USA versorgt die Ukraine bereits mit Rüstungsgütern, die keine tödliche Wirkung haben. Auf die Frage, ob die USA ihre Politik diesbezüglich ändern könnte, sagte Breedlove: „Derzeit ist nichts vom Tisch.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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