Misstrauensantrag gegen die Regierung läuft
Massendemonstration in Beirut gegen Syrien

Zwei Wochen nach dem Mordanschlag auf den früheren Regierungschef Rafik Hariri sucht die Opposition in Libanon die Machtprobe mit der pro-syrischen Regierung in Beirut. Ungeachtet eines Demonstrationsverbots versammelten sich am Montag 50 000 Menschen im Stadtzentrum. Unterdessen begann eine Parlamentssitzung, auf der die Opposition einen Misstrauensantrag gegen die Regierung von Omar Karami stellen will.

HB BEIRUT. Die Regierung verfügt im 128-sitzigen Parlament über eine sichere Mehrheit. Dennoch gilt die Abstimmung als ein entscheidender Test für das Kabinett von Karami. Der Oppositionspolitiker Walid Dschumblatt rief die Abgeordneten auf, „ihrem Gewissen zu folgen“. Angesichts zahlreicher Redebeiträge könnte die Debatte mehrere Tage dauern.

Die Sitzung begann mit einer Schweigeminute für Hariri. Als Karami zu sprechen begann, verließ die Abgeordnete Bahia Hariri, eine Schwester des Ermordeten, den Saal. Damit wollte sie gegen die angebliche Untätigkeit der Regierung bei den Ermittlungen protestieren. Die Opposition macht die libanesischen und syrischen Geheimdienste für den Bombenanschlag, bei dem insgesamt 18 Menschen starben, verantwortlich.

Auf dem Märtyrer-Platz im Stadtzentrum, wo Hariri begraben liegt, skandierte die Menge mit Blick auf die syrische Militärpräsenz im Land: „Wir wollen Freiheit ... Syrien raus!“ Unter den Demonstranten waren zahlreiche christliche und muslimische Jugendliche, die libanesische Nationalflaggen schwenkten. Libanesische Soldaten und Polizisten beobachteten das Geschehen aufmerksam, griffen aber nicht ein.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%