Mitschuld an Eskalation
Rühe und Erler kritisieren Irak-Politik der USA

An der Eskalation der Gewalt im Irak geben führende deutsche Politiker der US-Regierung eine Mitschuld. "Das militärische Vorgehen der Amerikaner war mit dem irakischen Übergangsrat offensichtlich nicht abgestimmt“, kritisierte Volker Rühe (CDU), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag.

BERLIN. „Gerade weil die Amerikaner Mitte des Jahres die politische Macht übergeben möchten, müssten sie die irakische Autorität stärken. Im Augenblick geschieht aber das Gegenteil“, sagte Rühe dem Handelsblatt.

Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Gernot Erler widersprach zudem der Erwartung, dass eine Ablösung von US-Soldaten durch Truppen anderer Nationen Abhilfe bringen könne. "Die Entführungen von Ausländern der verschiedensten Nationalitäten und die an unterschiedlichen Orten aufflackernden Aufstände haben eines gezeigt: Die These ist falsch, dass der bloße Ersatz von US-Truppen durch Soldaten anderer Nationalitäten, etwa arabischer Nachbarn, einen Fortschritt bringen würde", sagte Erler dem Handelsblatt. Auch Nato-Truppen brächten vielleicht eine quantitative Entlastung für die USA, würden aber auch als Besatzungsmacht wahrgenommen.

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