Mitte-Rechts-Koalition will Prodi offenbar beschädigen
Prodi kämpft gegen Korruptionsvorwürfe

Dem EU-Kommissionspräsidenten Romano Prodi wird vorgeworfen, 1997 beim Kauf von Anteilen der serbischen Telekom Schmiergelder kassiert zu haben. Dagegen setzt sich der ehemalige römische Ministerpräsident massiv zur Wehr.

HB ROM. Der ehemalige römische Ministerpräsident (1996-1998) sprach in einer Erklärung von einer „äußerst heftigen politischen Kampagne“ gegen ihn. Diese werde auch „über die Medien mit beispielloser Verbissenheit geführt“.

Er sei in seiner Amtszeit als Ministerpräsident niemals von dem heute umstrittenen Kauf von Anteilen der serbischen Telekom durch die italienische Telekom informiert worden, erklärte Prodi nach italienischen Medienberichten vom Dienstag. Alle Beschuldigungen gingen auf einen Geschäftsmann zurück, der gegenwärtig in Haft sitze.

Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss in Rom untersucht gegenwärtig, ob Prodi und andere Spitzenpolitiker der heutigen Oppositionsparteien bei dem Telekom-Geschäft 1997 Schmiergelder kassiert haben. Prodi hatte bereits angeboten, vor dem Ausschuss auszusagen.

Den Ausschuss hatte die heute regierende Mitte-Rechts-Koalition von Ministerpräsident Silvio Berlusconi eingesetzt. Die Opposition sieht darin einen Versuch, Prodi zu beschädigen, weil er bei den nächsten Parlamentswahlen 2006 als Spitzenkandidat des Mitte-Links-Bündnisses gegen Berlusconi antreten wolle. Erst kürzlich drohte Berlusconi einem linken Oppositionspolitiker mit einer Klage über 15 Mill. Euro Schadensersatz, weil dieser behauptet hatte, die Drahtzieher der Beschuldigungen gegen Prodi säßen im Büro des Ministerpräsidenten.

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