Mittelamerika
Venezoelaner protestieren gegen Sender-Abschaltung

In Venezuela ist die Polizei mit Wasserwerfern, Tränengas und Gummigeschossen gegen tausende von Demonstranten vorgegangen, die gegen die Abschaltung eines regierungskritischen Fernsehsenders protestierten. Doch der linkspopulistische Staatschef Hugo Chavez hat die Angelegenheit bereits „abgehakt“.

HB CARACAS. Mindestens drei Demonstranten und ein Polizist wurden verletzt. Auch in der Universitätsstadt Valencia kam es am Montag zu Protesten, bei denen vier Studenten verletzt wurden. Miguel Angel Rodriguez, einer der Moderatoren des Senders RCTV, rief bei der Kundgebung in Caracas: „Sie werden uns nicht zum Schweigen bringen!“ Auf der Frequenz von RCTV strahlte aber bereits ein neuer staatlicher Sender, TVES, sein Programm aus, begleitet von Lobliedern auf die Regierung.

Der linksgerichtete Präsident Hugo Chavez hatte die Lizenz für Radio Caracas Television (RCTV) nicht verlängert, weil der Sender im vergangenen Jahr eine Protestbewegung gegen ihn unterstützt hatte, die nach Regierungsangaben auch Putschpläne verfolgte. Die Regierung forderte am Montag die Staatsanwaltschaft auf, gegen einen anderen Fernsehsender zu ermitteln. Globovision habe mit „unterschwelligen Botschaften“ zur Ermordung des Präsidenten aufgerufen. Der Chef von Globovision, Alberto Federico Ravell, wies den Vorwurf als lächerlich zurück. Globovision ist nach dem Aus von RCTV der größte der Opposition nahestehende Rundfunksender, wenn er auch nicht in allen Teilen des Landes zu empfangen ist.

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