Mittelmeerunion
Industrie erhofft sich Milliardenaufträge

Wenn am heutigen Sonntag Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy den Gipfel der „Union für das Mittelmeer“ eröffnet, geht es für die deutsche Industrie um eine Menge Geld. Sechs konkrete Kooperationsprojekte werden verabschiedet, darunter auch im Solarbereich. Vor allem dort will Deutschland seine Interessen verfolgen.

PARIS/BERLIN. Frankreich Präsident Sarkozy sonnt sich im Glanz der großen Außenpolitik: Zum Auftaktgipfel der von ihm lancierten "Union für das Mittelmeer" empfängt er neben den 26 anderen Chefs der EU-Mitgliedstaaten die meisten der 17 Staats- und Regierungschefs der Mittelmeeranrainer.

Mit dem Prestigeprojekt, das lange für Spannungen mit Deutschland sorgte, verfolgt Sarkozy nicht nur politische, sondern auch wirtschaftliche Interessen. Denn am heutigen Sonntag werden sechs konkrete Kooperationsprojekte verabschiedet, bei denen es für die Industrie um Milliarden geht.

"Es wird unter anderem ein Projekt zur Säuberung des Mittelmeeres verabschiedet werden, ein Plan zur Verbreitung von Solarenergie sowie ein Projekt zum Bau einer Autobahn entlang des Mittelmeeres", sagte Alain le Roy dem Handelsblatt. Der Diplomat im Stab von Präsident Sarkozy leitet die Vorbereitung des Gipfels.

Recht weit gediehen ist das Projekt für ein saubereres Mittelmeer. "Wir haben bereits 44 Standorte ausgewählt, an denen unter anderem Müll umweltgerecht entsorgt werden soll", so le Roy. Das Budget hierfür liege bei zwei Mrd. Euro und werde von der Europäischen Investitionsbank finanziert.

Nachdem die Bundesregierung durchgesetzt hatte, dass auch EU-Staaten, die nichts ans Mittelmeer grenzen, an der Union beteiligt werden, will Deutschland seine Interessen nun vor allem im Solarbereich verfolgen. In einem dem Handelsblatt vorliegenden deutsch-französischen Konzept für einen Solarplan wird als Ziel definiert, bis zum Jahr 2020 rund um das Mittelmeer neue Stromerzeugungs-Kapazitäten im Umfang von 20 Gigawatt aufzubauen. Davon würde vor allem die Solarindustrie, in der deutsche Firmen technologisch führend sind, profitieren.

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