Mittelsmänner fädelten Geschäft ein: Teheran bestätigt Kauf von nuklearem Material

Mittelsmänner fädelten Geschäft ein
Teheran bestätigt Kauf von nuklearem Material

Der Iran hat den Kauf von Nuklear-Bauteilen auf dem Schwarzmarkt bestätigt. Berichte darüber hatten am Sonntag weltweit die Besorgnis geschürt, die Islamische Republik arbeite noch immer heimlich an einem Atomwaffenprogramm.

HB TEHERAN. „Wir haben einige Dinge von Händlern gekauft, wir kennen aber weder den ursprünglichen Besitzer noch das Land, aus dem die Ware kommt“, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Hamid Resa Asefi, am Sonntag in Teheran. Er betonte aber, der Iran habe die Atombehörde der Vereinten Nationen (UNO), IAEA, über den Kauf von Teilen für so genannte P2-Zentrifugen informiert. Diplomaten in Wien zufolge hat der Iran der IAEA die Namen von fünf europäischen Mittelsmännern und sechs pakistanischen Wissenschaftlern genannt, die dem Land bei der Beschaffung von Atomtechnologie geholfen haben.

Der pakistanische Atomwissenschaftler Abdul Qadeer Khan hatte kürzlich zugegeben, dem Iran, Nordkorea und Libyen Technik und Wissen für den Bau von Atomwaffen vermittelt zu haben. Die malaysischen Polizei hatte am Freitag unter Berufung auf ein Verhör eines mutmaßlichen Mittelsmanns von Khan mitgeteilt, der Atomwissenschaftler habe dem Iran in den neunziger Jahren zur Urananreicherung geeignete Zentrifugen-Bauteile für drei Mill. Dollar verkauft.

„Massenvernichtungswaffen und Kernwaffen haben keinen Platz in der Verteidigungsdoktrin des Iran und werden es nicht haben“, sagte Asefi. Ziel des iranischen Nuklearprogramms sei lediglich die Energieerzeugung. Der Iran habe nie die Herstellung von Atombomben geplant. Die USA verdächtigen das Land jedoch, solche Waffen bauen und damit den Weltfrieden bedrohen zu wollen. Dieser Verdacht hatte sich erhärtet, nachdem die IAEA Diplomaten zufolge bei ihren Inspektionen im Iran Teile gefunden hat, die in P2-Zentrifugen zur Anreicherung von Uran verwendet werden können.

Der Iran hatte Ende vergangenen Jahres zugegeben, seit 18 Jahren Nuklearforschung zu betreiben. Unter der Vermittlung Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens akzeptierte die Regierung in Teheran schließlich unangemeldete Überprüfungen seiner Atomanlagen durch die IAEA. Ein Bericht der IAEA über jüngste Inspektionen wird in Kürze erwartet.

Ein hochrangiger westlicher Diplomat in Teheran sagte Reuters am Sonntag, er rechne nicht mit weiteren wesentlichen Enthüllungen. „Ich glaube nicht, dass es weitere unangenehme Überraschungen auf der Nuklearseite geben wird“, sagte er. Der Iran habe offenbar eine fundamentale Entscheidung getroffen, die von allen politischen Parteien getragen werde, dass nämlich die Entwicklung von Nuklearwaffen nicht den Ärger wert seien, die ein solches Projekt auslöse. Allerdings wolle sich das Land die Fähigkeit und das Know-how zur Urananreicherung erhalten. Dagegen versuche der Westen, das Land davon zu überzeugen, das Programm vollständig aufzugeben. „Wir sind noch am feilschen und denken über den Preis nach“, sagte er.

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