Mitten im Wahlkampf
Scharon muss sich Herzbehandlung unterziehen

Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon (77) muss sich wenige Monate vor den im Frühjahr anstehenden Wahlen am Herzen behandeln lassen.

HB JERUSALEM. Bei der anstehenden Behandlung solle ein Loch im Herz geschlossen werden, teilten Ärzte am Montag in Jerusalem mit. Das zwei Millimeter große Loch sei in der vergangenen Woche entdeckt worden, als Scharon wegen eines Schlaganfalls im Krankenhaus lag. Die neuerliche Nachricht nährte Spekulationen, wie lange der 77-Jährige sich noch im politischen Geschäft behaupten können wird. Im März stehen in Israel Neuwahlen an, aus denen Scharon mit seiner neuen Partei Kadima als Sieger hervorgehen will. Umfragen zufolge hat die angeschlagene Gesundheit die Chancen des stark übergewichtigen Ministerpräsidenten bislang nicht geschmälert. Scharon gilt als klarer Favorit.

„Mit der Behandlung wird künftigen Blutgerinnseln vorgebeugt“, sagte Tamir Ben-Hur vom Hadassah-Krankenhaus. Die Behandlung solle in zwei bis drei Wochen erfolgen und etwa 30 Minuten dauern. Es sei keine Operation notwendig. Bei der Behandlung soll durch ein Blutgefäß ein Katheter ins Herz eingeführt werden, um das Loch zu schließen.

Den Ärzten zufolge dürfte das Herzproblem die Ursache für den Schlaganfall vom 18. Dezember gewesen sein. Scharon verließ wenige Tage nach dem Vorfall das Krankenhaus und nahm am Sonntag die Arbeit wieder auf.

US-Präsident George W. Bush hatte Scharon hernach zu einem gesünderen Lebenswandel geraten. „Passen Sie auf, was Sie essen und fangen Sie an, etwas Sport zu treiben und weniger zu arbeiten“, riet Bush dem 77-Jährigen. Er hoffe, dass der Ex-General beim nächsten Treffen auf Erfolge eines Abspeckprogramms verweisen könne. Ärzten zufolge hat er nach der Behandlung im Krankenhaus drei Kilo Gewicht verloren und wiegt mittlerweile 115 Kilogramm.

Scharon hatte seine bisherige Partei Likud im Streit um den von ihm vorangetriebenen Abzug aus dem palästinensischen Gaza-Streifen verlassen und eine neue Partei gegründet. Der Likud verlor in Umfragen deutlich. Politischen Beobachtern zufolge könnte die Partei allerdings unter Führung des neuen Chefs Benjamin Netanjahu bis zu den Wahlen im März wieder zulegen.

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